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RHEINECK: Pioniere des Autobahnbaus

Das Staatsarchiv St.Gallen ist am 27. Oktober zur Feier des Unesco-Welttages in Rheineck zu Besuch. Dort wird ein Film über die Planung und den Bau der Autobahn vor 50 Jahren gezeigt.
Davide De Martis
Trassee der Autobahn bei St. Margrethen: Eine Flugaufnahme, die zwischen 1960 und 1970 entstanden ist. (Bild: Staatsarchiv St. Gallen)

Trassee der Autobahn bei St. Margrethen: Eine Flugaufnahme, die zwischen 1960 und 1970 entstanden ist. (Bild: Staatsarchiv St. Gallen)

Davide De Martis

Zur Feier des Unesco-Weltta­- ges des audiovisuellen Kulturguts ist am 27. Oktober das Staatsarchiv St.Gallen im «Hecht»-Saal in Rheineck zu Gast. Der Tag soll unter dem diesjährigen Motto «Discover, Remember and Share» («Entdecke, erinnere und teile») auf die Gefährdung von Bild- und Tonquellen aufmerksam machen. Passend zur Sanierung der Teilstrecke der A1 zwischen Rheineck und St.Margrethen wird ein historischer Doku­- mentarfilm von Josef Grünenfelder gezeigt. Dieser veranschaulicht die Planung, den Bau und Unterhalt eines Autobahnstückes im Kanton St. Gallen. Dazu stellt das Staatsarchiv auch Dokumente zum Thema aus.

Gesamterneuerung A1 Rheineck – St.Margrethen

Die acht Kilometer lange Teilstrecke der A1 zwischen Rheineck und St.Margrethen ist mit rund 42000 Fahrzeugen pro Tag ein häufig benutzter Autobahnabschnitt. Doch der Verkehr hat seine Spuren hinterlassen. Deshalb wird das Autobahnstück vollständig erneuert. Diesen November enden die Arbeiten in Fahrtrichtung St.Gallen, im Februar des neuen Jahres startet die Restaurierung der Gegenfahrbahn. Das Projekt endet voraussichtlich im November 2018. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 190 Millionen Franken.

Geschichte des St.Galler Autobahnbaus

Der Kanton St.Gallen gilt als nationaler Vorläufer, was die Planung und den Bau von Autobahnen anbelangt. Der Kanton hatte damit begonnen, als der Bund noch weit entfernt war von ei­-nem Konzept. Grund für den Entscheid, solche Hochleistungsstrassen zu erstellen, war der wirtschaftliche Niedergang der Ostschweiz. Protagonist des Projektes war Simon Frick. Der gebürtige Buchser wurde 1950 in die Regierung gewählt und prägte den Schweizer Strassenbau während 22 Jahren. Er plante einen schnellen und umfassenden Ausbau des National- und Staatsstrassennetzes. Damit wollte er die Position des Kantons im nationalen sowie internationalen Netzwerk verbessern und somit die Grundlage für einen wirtschaftlichen Aufschwung schaffen. Zum Projekt gehörte die N1 (heute A1), die von Winterthur über St.Gallen nach St.Margrethen führt. In der gleichen Ortschaft beginnt auch die N13/A13, die von St.Margrethen, durch den San Bernardino bis nach Chur reicht. Die letzte der drei kantonalen Autobahnen ist die N3/A3 zwischen Schmerikon und Bad Ragaz.

Die 1954 gegründete «Eidgenössische Planungskommission für die Hauptstrassen» reiste in die USA, um sich mit dem amerikanischen Konzept von Stadtautobahnen vertraut zu machen. Nach der Rückkehr überzeugte der mitgebrachte Bericht auch die letzten Skeptiker von der Wichtigkeit der Nationalstrassen. Kurz darauf nahm die Kommission die Planung auf und legte in drei Jahren die Grundlagen für die Verwirklichung des neuen Strassennetzes. Simon Frick und die Ostschweizer Kantone traten gemeinsam für den Bau der Rheintaler Strecke ein und wählten St.Margrethen als östlichen Drehpunkt des Autobahnnetzes. Im Jahr 1956 stimmte das Volk für das Projekt.

Beginn des Umweltschutzes im Rheintal

Bei der Organisation waren vor allem technokratische und wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Zum Beispiel wurde die N13 bewusst dem Rhein entlang konstruiert, um die Verluste von Siedlungs- und Landwirtschaftsland zu verhindern.

Anfang der 1960er-Jahre wurde das Unbehagen aufgrund des raschen industriellen Wachstums erstmals in Form politischer Diskussionen spürbar. Schon damals wünschten einige Bürger die Förderung des Naturschutzes und die Ausdehnung der Denkmalpflege. Grund für diese Forderungen waren die Umweltverschmutzung und der allgegenwärtige Lärm. Der Verkehrs- zuwachs ging um einiges schneller voran als erwartet und überholte bereits 1965 die für 1980 vorgesehene Verkehrszahl. Das machte viele Umweltschützer aufmerksam. 1970 erhob sich eine Opposition gegen den Autobahnbau durch besiedelte Gebiete. Daraus resultierte die Gründung des Naturschutzvereins St. Gallen. Von nun an hatte auch dieser Einfluss auf politischer Ebene. Doch aufgrund der Weltwirtschaftskrise trat das «Bundesgesetz über den Umweltschutz» erst Jahre später in Kraft.

Seit den 1960 angefangenen Bauten entstanden bis 2010 etwa 1790 der 1811 geplanten Kilometer des Nationalstrassennetzes. Seither hat der Bund rund 61 Milliarden Franken für den Bau der Strassen ausgegeben. Die verbliebenen Lücken sollen bis 2025 geschlossen werden.

Saalöffnung im Hotel Hecht ist am Freitag, 27. Oktober, um 18.15 Uhr, Beginn um 19 Uhr.

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