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RHEINECK: Kein neuer Präsident gefunden

Weil die Katholische Kirchgemeinde Rheineck keinen neuen Präsidenten gefunden hat, wird sie bald von einem Kurator geleitet. Ein Einzelfall ist das nicht.
Remo Zollinger
Bei den Abstimmungen herrschte unter den 59 Stimmbürgern Einigkeit. (Bilder: Remo Zollinger)

Bei den Abstimmungen herrschte unter den 59 Stimmbürgern Einigkeit. (Bilder: Remo Zollinger)

Der Rücktritt von Präsident Hans Schmidt überraschte an der Kirchbürgerversammlung niemanden, er war lange bekannt. Schmidt sprach nochmals über die Gründe, die zum Entscheid geführt haben. «Mein Körper macht diesen Lebensstil nicht mit», sagte er. Er habe Problemlöser sein wollen, werde so aber selbst zum Problem. Die Erleichterung war ihm anzusehen, als er sagte: «Ich bin froh, aber morgen wieder Privatmann zu sein.» Die Bürger brachten für den Rücktritt Verständnis auf.

Für die Katholische Kirchgemeinde Rheineck hat das Folgen. Schmidt wurde vor zweieinhalb Jahren gewählt, gibt also mitten in der Legislaturperiode von vier Jahren auf. Das ist ungewöhnlich, ein Ersatzpräsident hätte aber trotzdem gewählt werden können. Nur: Einen solchen gibt es nicht. Darum wird der Katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen einen Kurator einsetzen. Er füllt die Funktionen des Kirchenpräsidenten aus und leitet die Gemeinde bis zu den nächsten Wahlen im Herbst 2019. Mit der Arbeit beginnt er wohl schon in der nächsten Woche: Weil die Nachricht nicht überraschend kommt, hat sich die Administration darauf vorbereiten können.

Kuratoren gibt es in den Gemeinden immer wieder

Findet die Katholische Kirchgemeinde Rheineck bis Herbst 2019 keinen neuen Präsidenten, muss sie aufgelöst werden oder die Fusion mit einer anderen Kirchgemeinde anstreben.

Die Einsetzung von Kuratoren kommt im Kanton im Schnitt einmal pro Jahr vor. In den letzten Jahren hat die Administration dies in Muolen, Uznach, Mols oder Wattwil getan. Ein Notstand besteht laut Thomas Franck, Verwaltungsdirektor der Katholischen Administration, aber nicht. «In 93 von 97 Kirchgemein­- den sind alle Ämter besetzt», sagt er. Dass sich Gemeinden teils schwertun, einen Präsidenten zu finden, habe zwei Gründe: «Es ist eine gesellschaftliche Entwicklung, dass sich Menschen nicht mehr gerne binden wollen. Als Kirchenpräsident ist man für vier Jahre gewählt. Zudem ist das Amt zeitaufwendig, besonders in grösseren Kirchgemeinden.»

Neben dem Kirchenpräsidenten drehte sich die Versammlung um vier weitere Personen und um Geld. Jeanine Künzle ist wegen eines Umzugs als Pflegerin der Kirchgemeinde zurückgetreten. An ihre Stelle tritt Petra Rohner. Der dritte Rücktritt ist ein halber: Boris Schmid trat als gewählter Aktuar zurück, bleibt aber ungewählter Aktuar. Wie für Schmidt, ist auch für Schmid der zeitliche Aufwand zu gross geworden, weshalb er in Zukunft nur noch die Protokolle schreibt. Einen Zugang verzeichnete die Kirchgemeinde mit Christian Borer. Er ist neuer Bauchef.

Finanziell ist bei katholisch Rheineck alles im Lot. Die Jahresrechnung 2017 schloss mit einer Besserstellung von über 62000 Franken gegenüber dem Budget. Dies liegt aber auch daran, dass einige Projekte, so etwa die sanfte Pfarrhausrenovation, nicht so weit fortgeschritten sind, wie dies geplant war. Deshalb sieht das Budget für 2018 ein Defizit von rund 57000 Franken vor. Die Bürger genehmigten Rechnung und Budget einstimmig.

Remo Zollinger

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