RHEINECK: Katholiken bekommen einen Kurator

Weil sich kein Nachfolger für den ehemaligen Kirchenverwaltungsrats- Präsidenten finden liess, übernimmt nun ein Kurator die Aufgaben des Amtes.

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Amtsübergabe des Kirchenverwaltungsratspräsidiums (v. l.): Nicolaus Cadalbert, Vizepräsident, Hans Schmidt, zurückgetretener Präsident, Othmar Gerschwiler, Kurator. (Bild: pd)

Amtsübergabe des Kirchenverwaltungsratspräsidiums (v. l.): Nicolaus Cadalbert, Vizepräsident, Hans Schmidt, zurückgetretener Präsident, Othmar Gerschwiler, Kurator. (Bild: pd)

Der Kirchenverwaltungsrat (KVR) Rheineck ist mit vier Mitgliedern vollzählig, der fünfte Sitz, jener des Präsidenten, ist nach dem Rücktritt von Hans Schmidt per 5. April aber vakant. Als Aufsichtsbehörde der Kirchgemeinden hat der Administrationsrat (entspricht Regierungsrat) des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen per 6. April Othmar Gerschwiler als externen Kurator eingesetzt, heisst es in einem Communiqué. Das Mandat des Kurators ist befristet, bis das Präsidium neu besetzt ist oder bis spätestens 31. Dezember 2019, dem Ende der laufenden Amtsdauer.

Am Mittwoch, 11. April, übergaben Hans Schmidt und Vizepräsident Nicolaus Cadalbert im Beisein des für Rheineck zuständigen Administrationsrates Lothar Bandel formal die Geschäfte an Othmar Gerschwiler (Jahrgang 1949). Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des Katholischen Konfessionsteils, erläuterte die Aufgaben des Kurators. Er ist in treuhänderischem Auftrag mit allen Rechten und Pflichten, Aufgaben und Kompetenzen eines Kirchenverwaltungsrats-Präsidenten ausgestattet. Wesentliche Geschäfte, die der KVR zusammen mit dem Kurator zu erledigen hat, sind die Umsetzung des Budgets für 2018 oder die Vorbereitung der Wahlen 2019. Für das Pfarrhaus ist ein umfassendes Renovationsprojekt in Planung. Othmar Gerschwiler übernahm Geschäfte, Akten und Schlüssel der Kirchgemeinde. Die Finanzbuchhaltung wird seit längerem durch ein externes Treuhandbüro geführt, was sich bewährt hat.

Eine Fusion ist nicht ausgeschlossen

Ämter neu zu besetzen ist heute nicht nur in kirchlichen Gremien schwieriger geworden. Bei der Suche nach einem neuen Präsidenten, die zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört, zählt Kurator Othmar Gerschwiler auch auf die Hilfe des Seelsorgeteams und der Pfarreiangehörigen. «Falls die Behörde aber auch 2019 nicht mehr besetzt werden kann, wird der Kurator ‹ultima ratio› eine mögliche Vereinigung der Kirchgemeinde mit einer anderen Kirchgemeinde vorschlagen», ergänzte Thomas Franck.

Für seine Aufgabe sei Othmar Gerschwiler als aktives Kirchenmitglied, als langjähriger Gemeindepräsident von Gantersch-wil, patentierter Grundbuchverwalter und mit viel politischer Erfahrung aus dem Kantonsrat bestens vorbereitet.

In den nächsten Tagen und Wochen wird sich der heute in St. Gallen lebende Verwaltungsfachmann einen Überblick verschaffen und das Personal sowie verschiedene Gruppen der Pfarrei kennenlernen. In der Zusammenarbeit mit dem Kirchen- verwaltungsrat sowie mit den anderen Kirchgemeinden der Seelsorgeeinheit Buechberg will er einen kollegialen Arbeitsstil pflegen. Als aktiver Junioren- Fussballtrainer seien Zusammenarbeit und Teamgeist für ihn selbstverständlich. (pd)