RHEINECK: «Flüchtlingskomödie» auf der Filmnacht-Leinwand

Die diesjährige Filmnacht präsentierte sich mit «Willkommen bei den Hartmanns» im Zeichen der Flüchtlingsthematik. Die Meinungen über die Filmauswahl gingen beim Publikum auseinander.

Patrick Dombrowski
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Trotz Regenwetter sahen sich etwa hundert Filmfreunde «Willkommen bei den Hartmanns» an. (Bild: Patrick Dombrowski)

Trotz Regenwetter sahen sich etwa hundert Filmfreunde «Willkommen bei den Hartmanns» an. (Bild: Patrick Dombrowski)

Am Freitagabend lud der Verkehrsverein Rheineck zur fünften Filmnacht in den Löwenhof. Aufgrund des regnerischen Wetters musste der Anlass kurzerhand ins Foyer verlegt werden. Dies war gewissermassen eine Premiere für die Veranstalter. Denn bislang fand die Filmvorführung immer unter klarem Sternenhimmel im Innenhof statt. Trotz unsichererer Wetterlage war das Interesse aber dennoch verhältnismässig gross. Im Vorverkauf wurden bereits 70 verkaufte Tickets regi­striert, und am Abend der Vorführung waren rund hundert Besucher anwesend.

Zur Aufführung gelangte dieses Jahr der Film «Willkommen bei den Hartmanns». Dieser zeigt auf satirische Art und Weise, was passiert, wenn eine gutbürgerliche Familie einen Flüchtling aufnimmt. Der Film bedient sich dabei vor allem gängiger Stereotypen in Bezug auf Flüchtlinge und versucht mittels Komik und Übersteigerung, diese Vorurteile zu dekonstruieren und kritisch zu hinterfragen. Die Filmauswahl, auf die sich der Vorstand einstimmig geeinigt hatte, war dementsprechend mutig, zumal der Film von der Kritik kon­trovers diskutiert wurde hinsichtlich seines trivialen Umgangs mit der Flüchtlingskrise. Wieso der Vorstand des Verkehrsvereins sich gerade auf diesen Film geeinigt hatte, erklärte Präsidentin Katharina Linsi mit den Worten: «Wir wollten einen Film aussuchen, der ein breites Publikum anspricht und gleichzeitig einen gesellschaftspolitischen Aspekt behandelt, der zum Nachdenken anregen soll.»

Doch ist es legitim ein so erns- tes Thema in Form einer Komödie zu präsentieren? Bei dieser Fra- ge gingen die Meinungen der Zuschauer zum Teil weit auseinander. Eine Besucherin etwa sagte, dass ihr der Film zu überspitzt gewesen sei angesichts des Ernsts der Realität und dass dies für sie nicht der angemessene Umgang mit diesem Thema sei. Allerdings rege der Film dennoch zum Nach- denken an und schaffe eine gewisse Sensibilisierung für die Flüchtlingskrise, fügte sie hinzu. Eine andere Zuschauerin hingegen sagte, dass sie vor allem die Darstellung der Menschen als gelungen empfunden habe, da hinter der Fassade der Komik ein differenzierteres Bild gezeigt werde, unabhängig von Herkunft oder Glaube.

Patrick Dombrowski