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Retter mit der Tabakpfeife geht

Vor sieben Jahren nahm Manfred Frei die Wahl zum Kirchenpräsidenten an und bewahrte die Katholiken vor einer Fremdverwaltung. Per Ende Jahr tritt er zurück. Die Kirchgemeinde bleibt selbstständig.
Monika von der Linden
Manfred Frei tritt als Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Diepoldsau-Schmitter per Ende Jahr zurück. (Bild: Monika von der Linden)

Manfred Frei tritt als Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Diepoldsau-Schmitter per Ende Jahr zurück. (Bild: Monika von der Linden)

Drei Stimmen im zweiten Wahlgang hatten Manfred Frei im Herbst 2011 ins Präsidentenamt gehievt. Er war in die Bresche gesprungen, als niemand sonst bereit war, die Leitung der Kirchgemeinde zu übernehmen. Der ehemalige Kantonsrat, Schulrat und Männerriegler übernahm die Verantwortung für zunächst eine Amtszeit. Aus vier Jahren wurden sieben. Manfred Frei gibt das Präsidium zum Jahreswechsel an Vizepräsident Christian Müller weiter.

Nicht mehr als vier Jahre lang wollten Sie Präsident sein. Warum wurden es deren sieben?

Manfred Frei: Es ergab sich so. Jetzt ist ein fliessender Übergang möglich. Christian Müller, der jetzige Vizepräsident, ist bereit, meine Nachfolge anzutreten, bereit, mein Nachfolger zu werden. In den ersten vier Jahren mussten wir im Verwaltungsrat viele Entscheide fällen. Die zweite Amtszeit war für mich weniger streng.

Nächstes Jahr sind Erneuerungswahlen. Warum treten Sie ein Jahr vorher zurück?

Damit das Wissen im Verwaltungsrat nicht verloren geht. Kassier René Sperger kandidiert nicht erneut . Weil ich mit 75 Jahren der Ältere bin, darf ich zuerst gehen. René Sperger verlässt den Rat Ende 2019.

Warum waren die ersten vier Jahre streng für Sie?

Personell hatten wir viele Baustellen. Zum Beispiel kündigte die Pastoralassistentin, auch der Jugendseelsorger blieb nur kurze Zeit. Ruhe kehrte ein, nach dem wir im Jahr 2016 den Zweckverband mit Balgach und Widnau gegründet hatten. Wir drei Präsidenten forcierten ihn. Es war arbeitsintensiv, weil wir die ersten Kirchgemeinden im Dekanat Altstätten waren. Aus der Seelsorgeeinheit konnten wir viele Regeln übernehmen. Die Kostenverteilung war bereits in der Seelsorgeeinheit abgemacht.

Was war ausschlaggebend für die Beruhigung?

Es kocht nicht mehr jeder sein eigenes Süppchen. Das spart Ressourcen ein. Die einzelnen Verwaltungsräte der drei Kirchgemeinden werden entlastet. Das Pastoralteam ist beim Zweckverband angestellt, Veranstaltungen führt die Seelsorgeeinheit gemeinsam durch, die Katechese und den Religionsunterricht koordiniert und organisiert sie. Aus meiner Sicht bedeutet dies alles eine grosse Entlastung für unsere Kirchgemeinde. Wir sind nur noch Arbeitgeber für den Mesmer und Hilfsmesmer, die Organistin und zwei Sekretärinnen. Ausserdem haben wir stets das duale System respektiert. Seelsorger und Rat arbeiten getrennt, aber unter einem Dach. Keine Seite redet der anderen drein.

Wofür nutzten Sie die eingekehrte Ruhe?

Wir mussten in den vergangenen drei Jahren nicht mehr so viele Regelungen aufgleisen und befassten uns mehr mit der Erneuerung der Bauten, der Orgel und der Beschallungsanlage, der Aussenrenovation der Kirche und der Turmtreppen. Zurzeit baut die politische Gemeinde eine neue Aufbahrungshalle auf dem Friedhof Kirchenfeld. Den Anstoss dazu gaben wir. Es benötigte etwas Überzeugungsarbeit bei den Gemeinderäten, die Halle zu bauen, bevor die grossen Aufgaben Zentrumsgestaltung und Altersheim auf die Gemeinde zukommen. Weiter ermöglichen wir vor dem Pfarreizentrum eine Haltestelle für Reisecars. Im Zentrum ist kein Platz dafür vorgesehen.

Vor sieben Jahren verhinderten Sie, dass die Kirchgemeinde von einem Kurator verwaltet wurde. Haben Sie die Kirche aus dem Schlamm gezogen?

Nein, im Schlamm steckte sie nie. Ich bin froh, sie vor der Verwaltung durch den Administrationsrat bewahrt zu haben. Mich hat die Aufgabe ausgefüllt. Ich habe es gern gemacht und vieles einbringen können, Organisatorisches wie Bauliches. Ich kann das Amt innerhalb der Kirchgemeinde weitergeben. Der Rat besteht aus aufgestellten Leuten, die gut zusammenarbeiten.

Welche Pendenzen übergeben Sie Ihrem Nachfolger?

Es stehen einige bauliche Erneuerungen beim Pfarrhaus, beim Mesmerhaus und beim Pfarreizentrum an. Die Gebäudehüllen müssen verbessert und die Ölheizungen ersetzt werden. Immer weniger Menschen werden in einem Erdgrab bestattet. Die frei werdenden Flächen auf dem Friedhof sollen passend zur neuen Aufbahrungshalle gestaltet werden. Mit der Gemeinde haben wir das Bestattungsreglement aktualisiert, jetzt muss noch die Friedhofsordnung angepasst werden. An der Sakristei wurde bisher kaum etwas gemacht. Das ist jetzt aufgegleist, muss aber noch ausgeführt werden. Der Kirchplatz soll im Rahmen der Strassenbauarbeiten umgestaltet werden.

Gibt es etwas, das Sie nach sieben Jahren noch stört?

Das Präsidium erforderte von mir einen Einsatz von gegen 300 Stunden pro Jahr. Wollte man jüngere Kandidaten rekrutieren, müsste die Entschädigung besser sein. Ein Thema, das das ganze Bistum betrifft, ist das Stimm- und Wahlrecht für Ausländer. An der letzten Bürgerversammlung nahm es nur ein Ausländer wahr, obschon wir explizit eingeladen hatten. Ich wünschte mir, es würde besser genutzt.

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