Reparaturprofis in Widnau im Einsatz

23 Hilfesuchende kamen am Samstag in die «Flickstuba» nach Widnau.

Susi Miara
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Gerhard Macho und Werner Kolb (von rechts) brachten sogar einen alten Plattenspieler von Albert Bauen wieder zum Laufen. Bild: mia

Gerhard Macho und Werner Kolb (von rechts) brachten sogar einen alten Plattenspieler von Albert Bauen wieder zum Laufen. Bild: mia

Die Idee, eine «Flickstuba» in Widnau anzubieten hatte René Sieber. Dass der Anlass jedoch so schnell realisiert wird, damit hat er nicht gerechnet. «Ich wollte nach meiner Pensionierung etwas Sinnvolles machen», sagte Sieber. Bis dahin dauert es noch drei Jahre. Seine Idee wurde von pensionierten Profis jedoch aufgegriffen und schneller als gedacht realisiert. Am Samstag stand erstmals ein neunköpfiges Team im Jugendkulturraum Stoffel bereit, um Altes wieder in Gang zu bringen.

Insgesamt 23 Personen nutzten dieses Angebot. Nicht nur Widnauer, auch aus Montlingen, Rebstein, Au, Heerbrugg und sogar aus Oberegg wurden kaputte Gebrauchsgegenstände mitgebracht. Die Reparaturprofis mussten nur fünf enttäuschen. Eine Kaffeemaschine, eine Wanduhr, ein Laptop, ein Blutdruckgerät und ein Mixer waren nicht mehr reparabel. Dafür konnte sich die Frau, die eine grosse Schneekugel brachte, freuen. Sowohl das Licht als auch der Ton dieses alten Erbstücks funktionierten nachher wieder. Die Profis mussten sich auch als Panzerknacker beweisen. Ein kleiner, tragbarer Tresor, bei dem der Schlüssel verloren ging, musste geöffnet werden. Auf der Rückseite wurden die Scharniere abgetrennt und die hintere Stange herausgezogen. Die Enttäuschung der Besitzerin war dann gross, als nur ein altes Gesangsbüchlein zum Vorschein kam. Sie hatte mit etwas Wertvollerem gerechnet.

200 Franken aus dem Sparschwein

Vor allem Elektroniker und Mechaniker waren an diesem Tag gefragt. Ob ein Dampfbügeleisen, ein CD-Player oder ein Kochtopf – nach dem Motto «reparieren statt wegwerfen» konnten 18 stolze Besitzer ihre Geräte «geflickt» wieder nach Hause nehmen. Die ehemalige Handarbeitslehrerin Ruth Coray nahm sogar einige Kleidungsstücke zum Umändern mit nach Hause. Rund 200 Franken konnte René Sieber nach drei Stunden aus dem Sparschwein holen. Dieses stand für freiwillige Spenden bereit. «Wir möchten die ‹Flickstuba› fünf- bis sechsmal im Jahr anbieten», sagte René Sieber. Dies natürlich als Ergänzung und nach Absprache mit dem Repair-Café in Altstätten.

«Noch suchen wir Freiwillige für Elektro, Elektronik und Textiles», sagte Sieber. Um die Wartezeit bei Reparaturen zu verkürzen, bittet das Team bei der nächsten ‹Flickstuba› um Kuchenspenden.