Reine Töne nach der Orgelrevision

AU. Die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg hat vor kurzem die Revision der Orgel in der Kirche Au abschliessen können. Es ist die dritte Revision in nur zwei Jahren nach jenen in Berneck und Heerbrugg.

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Die Orgel in der reformierten Kirche von Au. (Bild: lö)

Die Orgel in der reformierten Kirche von Au. (Bild: lö)

AU. Die Revision hat sich gelohnt, darin sind sich die Fachleute und die Musikerinnen und Musiker einig. Die ursprüngliche Befürchtung, die Orgel in der Kirche in Au könnte ausgedient haben, hat sich als falsch erwiesen. Bei der Orgel zeigten sich vor der Revision zwar einige Schäden und Abnutzungen, aber klanglich war sie in einem befriedigenden Zustand und optimal auf den Kirchenraum abgestimmt. Sie ist deshalb revidiert worden und dient wieder mindestens 25 Jahre der musikalischen Begleitung der Gottesdienste. Die Kirchgemeindeversammlung hatte im März einen Kredit von 35 000 Franken gesprochen. Dieser konnte eingehalten werden. Die Revision lag in den Händen des einzigen Orgelbauers im Kanton, Walter Mutzner aus Rebstein.

Eine Orgel – zwei Systeme

Die Revision in Au ist besonders aufwendig gewesen, weil der Spieltisch mit mechanischer und pneumatischer Traktur ausgestattet ist. Diese technische Ausgestaltung einer Orgel mit zwei unterschiedlichen Systemen ist einzigartig und hängt damit zusammen, dass dieses Instrument ursprünglich aus Teilen zweier verschiedener Orgeln zusammengesetzt worden ist. Speziell ist auch die Platzierung der Orgel auf der Empore. Das diente nicht einem besonderen Klangvolumen, sondern war eine eigentliche Verbannung, wie die Berichte aus der Bauzeit festhalten: Die Platzierung der Orgel sei so erfolgt, «damit ihr keine falsche Wichtigkeit zugemessen und die Gemeinde nicht unnötig von der Verkündigung abgelenkt werde».

Die Orgel verfügt über 16 Register mit insgesamt 1105 Pfeifen. Davon sind 1033 aus Metall und 72 aus Holz gefertigt worden. Die grösste Pfeife weist eine Länge von 2,45 Metern auf, die kleinste ist gerade einmal 6 Millimeter kurz. Bei der Revision ist die Orgel in ihre Tausenden von Einzelteilen zerlegt, alles gereinigt, überholt und wo nötig geflickt oder ersetzt worden. Zum Innenleben einer Orgel gehört neben den Pfeifen ein beeindruckendes Geflecht von Steuerungselementen und Luftzufuhr-Schläuchen zu jeder einzelnen Pfeife. Kein Wunder, dass eine Revision zeitlich und finanziell sehr aufwendig ist.

Präzises Spiel

Die Revision hat den Staub mehrerer Jahrzehnte und den durch eine zu starke Luftbefeuchtung entstandenen Schimmelpilz entfernt. Künftig sorgt eine bessere Lüftung für ein besseres Mikroklima im Gehäuse. Die Revision habe sich gelohnt, sagt auch der Ressortverantwortliche für Musik der Kirchgemeinde, Charles Martignoni: «Die Orgel hat wieder einen wunderbaren Klang und erlaubt präzise Anschläge. Mit dem Staub und dem Schimmel ist auch das verschwommene Spiel verschwunden.» Begeistert hat sich auch Organistin Aki Funakoshi aus Feldkirch gezeigt, die als erste das revidierte Instrument spielen konnte: Die Orgel sei wunderbar zu spielen und biete wieder eine hohe Qualität. Funakoshi und die Orgel erhielten beim ersten öffentlichen Auftritt in einem Gottesdienst denn auch grossen Applaus. Auch Pfarrer Ronald Kasper zeigte sich nach der Revision sehr zufrieden: «Die Qualität ist hörbar besser geworden. Die Töne sind reiner und klarer.» – Insgesamt hat die reformierte Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg knapp 120 000 Franken in ihre drei Orgeln investiert. (lö)