Regional statt international

Einst spielte Fuad Mustafic in der Schweizer U15-Nationalmannschaft und wurde von Bundesligaclubs gejagt. Heute verstärkt er den FC Au-Berneck.

Valentin Kahn
Merken
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Es ist wenige Minuten nach dem Schlusspfiff in Schaan. Au-Berneck sicherte sich durch den Ausgleich in der Nachspielzeit den Punkt und den Anschluss an die Spitze der 3. Liga. Fuad Mustafic wirkt energiegeladen, dennoch ruhig, kontrolliert. Der 21-Jährige ist einer, der für das Team lebt und unnachgiebig für den Erfolg arbeitet. Ehrgeiz, Beharrlichkeit und eine Winner-Mentalität zählt er zu seinen drei wichtigsten Charaktereigenschaften. Er erzählt von seinem Tor gegen Belgien, seinem Verhältnis zu seinem Heimatverein und warum der FC St. Gallen letztlich Endstation war.

Den Traum gelebt

Er wollte schon immer Profifussballer werden, gesteht Mustafic. Das Talent und den Ehrgeiz hatte der Bernecker Stürmer. Gleich bei seinem ersten Einsatz für die U15-Nationalmannschaft gegen Belgien traf Mustafic und machte eine Vielzahl an Super-League- und Bundesligavereinen auf sich aufmerksam – damals spielte er noch bei der Regionalauswahl Rheintal-Bodensee. «Ich wollte in der Schweiz bleiben und entschied mich für den FC Zürich», sagt Mustafic. In der Akademie des FCZ sei er ohne Eltern auf sich alleine gestellt gewesen und habe damit zu kämpfen gehabt. Deswegen zog es den Schweizer mit bosnischen Wurzeln zurück in die Ostschweiz zum FC St. Gallen. In der U21 sei dann aber Schluss gewesen. «St. Gallen setzt noch zu wenig auf den eigenen Nachwuchs», begründet Fuad Mustafic seinen Entscheid. Der Blick auf die heutige Situation bestätigt seine Aussage, auch wenn der FCSG mit seinem Projekt Future Champs Ostschweiz sicherlich einen Schritt nach vorn gemacht hat.

So legte Mustafic eine fussballerische Pause ein und konzentrierte sich auf Ausbildung und Arbeit. Mehrere schwere Verletzungen und der Wunsch, einmal vom Fussball abzuschalten, liessen ihn diesen Entscheid fassen. Nach einem halben Jahr ohne Fussball packte ihn das Fieber dann doch wieder. «Als Fussballer kannst du nicht einfach aufhören», erklärt Mustafic. Der Kontakt zum FC Au-Berneck bestand noch, seine Mitspieler kannte er fast alle schon. So sei er beim FCAB auch sofort gut aufgenommen worden und habe sich von Anfang an wohl gefühlt.

Im Hier und Jetzt

Es habe schon wieder Angebote von anderen Vereinen gegeben, doch Mustafic setzt sich damit nicht gross auseinander: «Es passt so für mich bei Au-Berneck. Es läuft super.» Auch die Auer dürften mit dem Status quo mehr als zufrieden sein. Obwohl Mustafic erst mitten in der Saison zur Mannschaft stiess, fügte er sich schnell ins Auer Angriffsspiel ein und erzielte bereits vier Treffer; zwei davon im Derby gegen Rheineck.

Über einen möglichen Aufstieg mit seinem neuen, alten Verein möchte er verständlicherweise noch nicht reden. Dennoch will er natürlich oben mitspielen und mit seiner Mannschaft in jedem Spiel «Vollgas geben». Ehrgeiz, Beharrlichkeit, Winner-Mentalität – Mustafic bringt die Eigenschaften mit, die im Aufstiegsrennen entscheidend sein können.