REGION: Weniger Feuerwerk

Wegen Trockenheit haben Vorarlberger Gemeinden für Silvester ein Feuerwerksverbot angeordnet. Im St. Galler Rheintal dürfen Raketen abgefeuert werden, die Brandgefahr wird als gering eingestuft.

Kurt Latzer
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Sogenannte Ballon- oder Lampionfeuer sind im Trend. Der Kantonsoberförster August Ammann rät, in der momentan darauf zu verzichten. (Symbolbild: depositphoto/anekoho)

Sogenannte Ballon- oder Lampionfeuer sind im Trend. Der Kantonsoberförster August Ammann rät, in der momentan darauf zu verzichten. (Symbolbild: depositphoto/anekoho)

Kurt Latzer

Ein herber Schlag für alle Freunde der Pyrotechnik in Vorarlberg. Der Grund dafür, dass in vielen Gemeinden kein Feuerwerk abgebrannt werden darf, liegt an der momentanen Trockenheit. Seit etwa sechs Wochen hat es keine nennenswerten Niederschläge gegeben. In zwei Landesteilen mehr der Schweiz wüteten Waldbrände. Die Behörden im Vorarlbergischen haben für den ganzen Bezirk Bludenz und Dornbirn Verordnungen zur Waldbrand-Vorbeugungen erlassen. Im Gegensatz zu Dornbirn und Bludenz darf es die Bevölkerung von Mäder, der Nachbargemeinde von Kriessern ennet dem Rhein, ordentlich krachen lassen. Denn im Nachbarland darf jede Gemeinde eine Ausnahmeregelung beschliessen. In den Waldgebieten und in anderen gefährdeten Gebieten des Bezirks Bludenz ist nicht nur Feuerwerk, sondern sogar das Entfachen von Feuer sowie das Rauchen im Freien verboten.

Die Behörden im Kanton St. Gallen sind weniger ängstlich. Anders als im Bündnerland galt im in St. Gallen bis Mittwoch die Warnstufe II (geringe Brandgefahr). Am Donnerstag wurde die Stufe auf III erhöht (erhebliche Gefahr). Trotzdem verzichten die Verantwortlichen im Kanton für heute und morgen auf ein generelles Verbot, Feuerwerk zu zünden oder im Freien Feuer zu entfachen. Die Informationen, wie trocken und damit gefährdet die Wälder sind, bekommt das Amt für Bevölkerungsschutz von den kantonalen Forstämtern. In Vorarlberg können die einzelnen Gemeinden entscheiden, ob es die Leute krachen lassen dürfen. Sind die Gemeinden diesseits des Rheins in dieser Angelegenheit auch autonom? In Rheintaler Gemeindeverwaltungen weiss niemand genau, ob man selber entscheiden kann. «Was die Brandgefahr anbelangt, richten wir uns nach den Weisungen des Kantons», sagt Andrea Hanselmann, Gemeinderatsschreiberin in Diepoldsau. Nadine Walt, stellvertretende Stadtschreiberin in Altstätten: «Es ist nicht vorgesehen, ein Feuer- oder Feuerwerksverbot zu erlassen.» Die Bevölkerung sei jedoch aufgerufen, mit Feuer und Feuerwerk vorsichtig umzugehen. Feuer im Freien sei nur an den dafür vorgesehenen Feuerstellen zu entfachen und vor dem Verlassen mit Wasser zu löschen.

Kantonsoberförster August Ammann löst das Rätsel um die Gemeindeautonomie: «Wir erlassen kein kantonales Feuerverbot. Die Gemeinden können selbstständig verschärfte Massnahmen treffen.» Der Oberförster geht nicht davon aus, dass am Wochenende die Stufe erhöht und Feuerverbot verordnet wird.

Hinweis

Aktuelle Informationen zur Gefahrenstufe, zur Waldbrandgefahr und zu Feuerungsverboten gibt es unter www.wald.sg.ch.