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REGION: Rheintal reagierte auf Hitlers Einmarsch

Am Morgen nach der Machtübernahme der Nazis in Österreich am 11. März 1938 rückten deutsche Truppen in Vorarlberg ein. Die Schweiz reagierte mit der Befestigung und Sicherung der Rheinbrücken.
Kurt Latzer
Im März 1938 paradierte die deutsche Wehrmacht auf dem Dornbirner Marktplatz. Zuckerhut-Bunker (Symbolbild) am Rhein sollten die Sprengung der Rheinbrücken sicherstellen. (Bild: Stadtarchiv Dornbirn/Wikimedia)

Im März 1938 paradierte die deutsche Wehrmacht auf dem Dornbirner Marktplatz. Zuckerhut-Bunker (Symbolbild) am Rhein sollten die Sprengung der Rheinbrücken sicherstellen. (Bild: Stadtarchiv Dornbirn/Wikimedia)

Kurt Latzer

Am Samstag, 12. März 1938, um 4 Uhr, besetzte ein Vorauskommando des Infanterieregiments 14 aus Konstanz die Vorarlberger Zollstellen am Unter- und Oberhochsteg. Um 8 Uhr rückte die deutsche Wehrmacht gegen Bregenz vor. Die österreichischen Soldaten blieben auf Befehl in der Bregenzer Kaserne. Die Wehrnacht richtete Kanonen auf die Kaserne und verlangte die Übergabe. «Nach zähem Ringen und einer zeitweisen Entwaffnung der Soldaten übernimmt die Wehrmacht die Kontrolle», hiess es in einem Bericht in den «Vorarlberger Nachrichten». Nach einer ersten Parade in Bregenz folgte ein feierlicher Aufmarsch der Nazis in Dornbirn.

Rheinbrücken für Sprengung vorbereitet

Die Geschehnisse in Österreich am 11. März 1938 und der Tage danach veranlasste die Schweizer Landesregierung zum Handeln. Dem Bundesrat blieb nicht verborgen, wie die österreichische Regierung beim Ringen um ein unabhängiges Österreich von befreundeten Ländern wie Frankreich und England im Stich ge-lassen wurde. Als unmittelbare Reaktion auf den Anschluss Österreichs ans Dritte Reich wurden auch im St. Galler Rheintal die Rheinbrücken mit Sprengsätzen versehen. «Lange vor dem Bau der Festung Heldsberg in St. Margrethen wurden entlang des Rheins sogenannte Zuckerhut-Bunker errichtet», sagt Zarko Hanzek, der sich seit einigen Jahren intensiv mit Festungsbauten und -anlagen in der Schweiz befasst. Diese kleinen Schindler-Bunker hätten nicht der Brückenverteidigung gedient. «Es waren geschützte Zündstellen für die Sprengladungen an den Brücken», sagt Hanzek.

Auch Carl Zuckmayer flüchtete über das Rheintal

Einer der kleinen, zuckerhutförmigen Bunker habe seinen Recherchen zufolge am Ufer des Alten Rheins gestanden, etwa auf der Höhe des Rheinecker Bahnhofs. Im Rahmen des Autobahnbaus wurden die befestigten Zündstellen abgebrochen.

Die Machtergreifung der Nazis in Österreich setzte eine weitere Bewegung in Gang, die Flucht Tausender Juden von Wien und anderen grossen Städten in die Schweiz. Unter den Flüchtenden war der Schriftsteller Carl Zuckmayer. Seine Mutter stammte aus einer jüdischen Familie. Nur mit viel Glück gelangte Zuckmayer per Bahn unbehelligt von Wien über Feldkirch nach Buchs und durch das Rheintal nach Zürich.

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