REGION: Hinweise zum «Glögglifrosch» gesucht

Der Verein Pro Riet Rheintal ruft dazu auf, Geburtshelferkröten-Beobachtungen zwischen Au und Oberriet zu melden.

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Die Rufe der Geburtshelferkröte erinnern an Kuhglocken-Geläut. (Bild: pd)

Die Rufe der Geburtshelferkröte erinnern an Kuhglocken-Geläut. (Bild: pd)

Jetzt, wenn die Nächte wärmer werden, kann man wieder den markanten Ruf der Geburtshelferkröte vernehmen. Der gut fünflibergrosse, graue Froschlurch erzeugt flötenreine, deutlich abgesetzte Pfeiftöne. Wenn mehrere Tiere gleichzeitig in unterschiedlicher Tonhöhe rufen, erinnert das Konzert an das Geläut weit entfernter Kuhglocken. Dies hat der kleinen Kröte den Mundartnamen «Glöggli­frosch» eingetragen. Eine wei­tere Besonderheit, welche die Geburtshelferkröte auszeichnet, ist ihr Brutpflegeverhalten. Die Männchen wickeln sich die Laichschnüre um die Hinterbeine und tragen sie bis zum Schlüpfen der Kaulquappen mit sich herum.

Weil die Geburtshelferkröte ein verborgenes Leben führt, das sich weitgehend in Land­verstecken unmittelbar um das Fortpflanzungsgewässer abspielt, bekommt man sie nur selten zu Gesicht. Leider verstummen aber auch die unverkennbaren Glockenrufe je länger je mehr. Ex­perten schätzen, dass etwa die Hälfte der Schweizer Geburts­helferkröten-Vorkommen in den letzten zwanzig Jahren erloschen ist. Auch im Rheintal sind die Populationen ausgedünnt und teilweise isoliert. Ausbreitungsfähige Populationen sind derzeit nur in den unteren Hanglagen Altstättens bekannt.

Um die verbliebenen Vorkommen wirksam zu schützen, sind Kenntnisse über die aktuelle regionale Verbreitung der Geburtshelferkröte zwingend er­forderlich. Der Verein Pro Riet ruft deshalb dazu auf, Geburtshelferkröten-Beobachtungen zu melden (071 750 08 30, info@pro-riet.ch). Eine Audiodatei mit Geburtshelferkröten-Rufen und eine Beschreibung der wichtigsten Artmerkmale sind auf der Vereinshomepage www.pro-riet.ch finden. (pd)