REGION: Ein fremdes Büsi nie füttern

Wer einer zugelaufenen Katze helfen möchte, sollte sie nicht ins Haus lassen. Gesunde einjährige Tiere ­finden meist selbst wieder heim. Kranke Katzen meldet man sofort dem Tierschutz, junge nach etwa drei Tagen.

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Ist die Katze noch so süss, ein fremdes Tier sollte man nie füttern oder ins Haus lassen. Symbolbild: depositphotos/erkucher.

Ist die Katze noch so süss, ein fremdes Tier sollte man nie füttern oder ins Haus lassen. Symbolbild: depositphotos/erkucher.

Ein Wetter, bei dem man noch nicht einmal einen Hund vor die Türe schicken mag.

Die Redensart wird dem einen oder anderen in den nächsten Monaten sicher wieder einmal über die Lippen kommen. Wenn es draussen ungemütlich und kalt ist, möchte man sich noch so gerne der fremden Katze annehmen, die vor der eigenen Haustüre um Futter und Einlass bettelt.

«Eine Katze sollte man auf keinen Fall füttern und auch nicht ins Haus holen», sagt Nicole Rohner, Präsidentin Tierschutzverein Rheintal. Bis zu sechs Monate alte Jungtiere sind sehr neugierig. Sie laufen Kindern, Vögeln, einem in Wind tanzendem Blatt oder einem Schmetterling hin­terher. Weil ihnen aber der Orientierungssinn fehlt, finden sie manchmal den Heimweg nicht mehr und suchen bei fremden Menschen Anschluss. «Füttert man eine solche Katze oder holt sie ins Haus, verwirrt man das Tier noch mehr», sagt Nicole Rohner. Verfolge einen das Tier bis nach Hause, sollte man es an den Ausgangsort zurückbringen. Dort findet es sich eher wieder zurecht.

Jährige Katzen finden in der Regel wieder heim. Sie sind sensibel und reagieren zum Beispiel auf ein anderes Tier im Haushalt eifersüchtig. Dann kann es sein, dass sie sich beleidigt auf den Weg machen. Bietet man ihnen die Gelegenheit auf ein tägliches «Steak», haben sie keinen Grund, zurückkehren.

Eine Katze ist ein Überlebenskünstler. Ihr genügt zum schlafen eine trockene, windgeschützte Ecke im Freien. «Ähnlich wie ein Fuchs vergräbt sie Futter und findet es bei Bedarf wieder», sagt Nicole Rohner. Die Chance sei recht gross, dass das Kätzli wieder heim finde. Eine ­zugelaufene Katze gehöre in den meisten Fällen jemanden und werde in der Familie unter Umständen schmerzlich vermisst. «Daran sollten die Leute denken, die einer Katze helfen möchten.»

Erweckt die zugelaufene Katze einen kranken oder verwahrlosten Eindruck, sollte man sich sofort an einen Tierarzt oder den Tierschutz wenden. Ist sie hingegen kräftig und gesund, sollte man mit der Meldung etwa drei Tage warten.

Tierarzt und Tierschutz verfügen beide über ein Chiplese­gerät. «Wir haben uns mit um­liegenden Tierschutzvereinen abgesprochen und chippen alle Findelkatzen», sagt Nicole Rohner. Sie hat schon mehrfach erlebt, dass eine Katze nach einem halben Jahr aufgrund des Chips gefunden und den Besitzern zurückgegeben werden konnte.

Monika von der Linden