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REGION: Auch im Rheintal sterben Eschen

Im Eichberger Mitteilungsblatt war von der Eschenwelke, einer durch einen Pilz verursachten Krankheit, die Rede. In der Region sind viele dieser Laubbäume betroffen.
Kurt Latzer
Die Blätter der Eschen welken, Äste brechen ab und die Kronen der Bäume lichten sich. (Bild: Archiv/Urs Judas)

Die Blätter der Eschen welken, Äste brechen ab und die Kronen der Bäume lichten sich. (Bild: Archiv/Urs Judas)

Kurt Latzer

Die Esche ist die zweitwichtigste Laubbaumart nach der Buche, heisst es in Bericht über die Eschenwelke, einen Pilz, der aus Japan nach Europa eingeschleppt wurde. In der Schweiz wurde die Krankheit erstmals 2008 festgestellt, im Raum Basel. Seither hat sich die Eschenwelke in alle Landesteile ausgebreitet. Jüngst war zu lesen, in Liechtenstein müsse man in den nächsten Monaten mehrere Tausend dieser Laubbäume fällen. Auch aus Sicherheitsgründen.

Gegen den Pilz ist kein Kraut gewachsen

Wie aber steht es um den Eschenbestand im St. Galler Rheintal? Erwin Rebmann, Mitarbeiter des Kantonsforstamtes St. Gallen und Geschäftsführer Lignum, Holzkette St.Gallen, sagt: «Grundsätzlich gib es keinen Unterschied zu anderen Orten. Es sieht nicht gut aus.» Auffallend für den Waldbesucher seien im Frühjahr/Sommer eher die grossen Bäume. Oft haben die befallenen Eschen eine innere Krone, nach aussen ragen dürre Äste. Hin und wieder seien Eschen zu sehen, die bereits ganz abgestorben sind.

Etwa sieben Prozent aller Bäume in den St.Galler Wäldern sind Eschen. «So viel ich weiss, ist über die Hälfte des Eschen­bestandes befallen, in verschiedenen Stadien», sagt Erwin Rebmann. Im Moment ist gegen die eingeschleppte Pilzkrankheit kein Kraut gewachsen. Zurzeit prüfe man, ob sich gegen die Eschenwelke natürliche Resistenzen bilden. Von diesen könnte man allenfalls Samen entnehmen und einsetzen. «Ob die jungen Bäume resistent sind, ist nicht sicher», sagt der Forstfachmann.

Eschen an Strassen, Wegen und Bächen problematisch

Josef Benz ist Förster, zuständig für den Wald von Thal bis Lüchingen. Seiner Meinung nach sind absterbende Eschen ausser an Spazier- und Wanderwegen vor allem in Bachtobeln problematisch. Wegen ihrer Wurzeln sind sie an den Böschungen ein wichtiger Teil der Befestigung. Sterben die Eschen ab und fallen um, hinterlassen sie an den Ufern grosse Löcher. Weil so viele Eschen gefällt werden müssen, ist der Markt übersättigt, was dieses Laubholz angeht.

An exponierten Stellen werden die Bäume gefällt

«Weil der Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand steht, lassen die Waldbesitzer die Bäume nicht herausnehmen», sagt Josef Benz. Deshalb, wie im Fall von Liechtenstein, werden Eschen oft nur dort entfernt, wo sie ein Risiko darstellen. «Das Sicherheitsproblem aufgrund herunterfallender Äste nimmt zu, sei es bei Holzarbeiten oder an Orten mit viel Publikumsverkehr», hiess es im Herbst in einem Bericht zum Eschentriebsterben.

An exponierten Stellen, wie zum Beispiel an öffentlichen Strassen und Wanderwegen, werden die befallenen Laubbäume überwacht oder im Sinne der ­Unfallprävention gefällt.

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