REGION: Alkohol: Vom Genuss zur Sucht

Häufiger Alkoholkonsum ist weit verbreitet. Für Betroffene und Angehörige ist damit oft eine Leidensgeschichte verbunden. Wie entsteht eine Abhängigkeit und was sind die Folgen?

Melanie Strässle
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Die Grenze zwischen Genuss und Sucht ist bei Alkohol fliessend. (Bild: depositphotos/logoboom)

Die Grenze zwischen Genuss und Sucht ist bei Alkohol fliessend. (Bild: depositphotos/logoboom)

Wer Alkohol geniesst, nimmt sich Zeit dafür, trinkt bewusst und in verträglichen Mengen. Der Genuss von Alkohol ist freiwillig, massvoll und findet gelegentlich statt. Man kann auch problemlos auf ihn verzichten.

Trinkt jemand jedoch Alkohol, um Stress zu minimieren, Konflikten auszuweichen oder Frustration abzubauen, handelt es sich um eine missbräuchliche Verwendung. Sie hat mögliche Folgen wie Leistungsabfall, Arbeitsausfall oder Erkrankungen der inneren Organe.

Kontrolle geht verloren

Wiederholt sich dieses Trinkverhalten regelmässig, wird der Alkoholkonsum zur Gewohnheit, auf die man nicht mehr ohne weiteres verzichten kann. Bei Alkoholabhängigkeit besteht ein Zwang, ihn zu konsumieren und in einer stets steigenden Menge, damit dieselbe Wirkung erreicht wird.

Der Alkohol spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Immer mehr besteht die Gefahr, andere Interessen und Beziehungen zu vernachlässigen. Die Kontrolle über den eigenen Alkoholkonsum geht verloren. Wird er plötzlich abgesetzt, treten Entzugserscheinungen auf. Der Übergang vom Genuss über den schädlichen Gebrauch bis hin zur Abhängigkeit verläuft meist fliessend. Die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit hat keine allgemein zutreffenden Ursachen. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, wie zum Beispiel traumatische Erfahrungen, Verlusterlebnisse oder Familienprobleme. Abhängigkeit wird ausserdem beeinflusst von den Menschen in der Umgebung sowie durch die persönliche psychische Verfassung. Auch die Trinkgewohnheiten der Gesellschaft prägen das eigene Trinkverhalten.

Eine Alkoholabhängigkeit hat neben gesundheitlichen Schäden auch durch die psychische Abhängigkeit viele negative Folgen. Es können immer mehr Konflikte und Probleme innerhalb der Familie oder am Arbeitsplatz entstehen. Dann besteht für Betroffene und Angehörige die Möglichkeit, fachliche Unterstützung zu holen (siehe Zweittext).