Regenbogen für Sr. Esther

Die Kriessner Kirche war voll: Am Sonntag verabschiedete die Bevölkerung Sr. Esther Langenegger in einem feierlichen Gottesdienst.

Waltraud Kobler
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Freude herrschte auf dem Kriessner Kirchplatz. Sr. Esther inmitten einer frohen Kinderschar – bevor die bunten Luftballone ihre Reise in die Weite des Himmels antraten. (Bild: Waltraud Kobler)

Freude herrschte auf dem Kriessner Kirchplatz. Sr. Esther inmitten einer frohen Kinderschar – bevor die bunten Luftballone ihre Reise in die Weite des Himmels antraten. (Bild: Waltraud Kobler)

KRIESSERN. Gelbe Sonnenblumen strahlten den Gottesdienstbesuchern entgegen. Passender hätte der Kirchenschmuck wohl nicht gewählt werden können – denn ihr Leuchten widerspiegelt genau das Naturell von Sr. Esther. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Pater Othmar Baldegger derart viele Kirchgänger begrüssen durfte. Er freute sich, dass zudem einige Schwestern aus dem Kloster Baldegg anwesend waren.

«Es Spürli» Wehmut komme heute auf, denn als Sr. Esther vor 70 Jahren auf die Welt gekommen sei, hätten die Baldegger Schwestern angefangen in Kriessern zu wirken. Darum ist heute die Zeit, allen Schwestern, die hier gearbeitet haben – insbesondere Sr. Esther – für ihr Engagement zu danken, führte er aus.

Gabi Ceric (Pastoralassistentin Oberriet) meinte: «Wir alle packen miteinander die Gelegenheit beim Schopf, Sr. Esther für ihr Schaffen zu ehren. Die Schwestern von Baldegg heissen offiziell Schwestern der göttlichen Vorsehung. Mit dem heutigen Abschied geht diese Ära in Kriessern zu Ende. Das Rad der Zeit kann man nicht mehr zurückdrehen, aber die gegebene Zeit kann man nutzen. Dies hat Sr. Esther verstanden mit ihrer ausgeprägten Liebe zur Schöpfung.»

Die Ministranten trugen eindrückliche Fürbitten vor. Zudem bereicherten drei Ministrantinnen den Gottesdienst mit Gesang und Gitarrenmusik. Ebenso sang der Kirchenchor sein berührendes «Halleluja» zu Ehren Gottes, aber wohl auch mit spezieller Inbrunst für ihr scheidendes Chormitglied Sr. Esther.

Mit einer farbenfrohen Überraschung warteten der Pfarreirat, die Frauengemeinschaft, die Bibel- und Gebetsgruppe, die Ministranten, der Kirchenchor und die Seelsorgeeinheit auf: Bunte Ballone symbolisierten all die guten Wünsche für Sr. Esther. Vikar Waldemar Piatkowski fügte hinzu: «Einerseits gönnen wir dir die wohlverdiente Ruhe, andererseits macht uns dieser Abschied traurig, weil das Liebgewonnene schwer loszulassen ist. Wir wussten bei einem Anlass immer; wenn Sr. Esther auch da ist, dann sind alle da. Wie werden wir uns jetzt orientieren können?» Die humorvolle Frage beantworteten die Gottesdienstbesucher mit einem Schmunzeln.

Kirchenpräsident Markus Pfister fasste all diese Farben nun zusammen zu einem bunten Regenbogen. «Du hattest bestimmt nicht immer nur rosa Wolken am Himmel, aber du strahltest stets bei deinen Gottesdienstfeiern wie ein Regenbogen. Mit deinem Engagement und Herzblut hast du viele Kinder und Erwachsene Gott näher gebracht.» Sichtlich gerührt auf die vielen Sympathiebezeugungen fielen die dankbaren Worte von Sr. Esther aus. Gottes Führung habe sie von Papua Neuguinea nach Kriessern geführt, wo sie mit viel Elan und Spontaneität ihre Aufgaben angepackt habe.

Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst versammelten sich alle zum fröhlichen Ausklang beim Pfarreizentrum.