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Regeln gegen Dauercamper

KRIESSERN. Die Gemeinde Oberriet hat ein neues Reglement für Campingplätze erarbeitet. Neu wird darin die Wohnsitznahme und allfällige Gewerbstätigkeit geregelt.
Kurt Latzer
Am Campingplatz Sonnensee in Kriessern gibt es Leute, die in ihrem Wohnwagen überwintern. Neue «Dauercamper» wird es nicht mehr geben. (Bild: Kurt Latzer)

Am Campingplatz Sonnensee in Kriessern gibt es Leute, die in ihrem Wohnwagen überwintern. Neue «Dauercamper» wird es nicht mehr geben. (Bild: Kurt Latzer)

Das Camping-Reglement liegt zurzeit öffentlich auf. Thomas Zünd ist Inhaber des Campingplatzes am Sonnensee. Neben Plätzen für Durchreisende gibt es dort etwa 80 Parzellen, auf denen Camper ihre Wohnwagen aufgestellt und mit schmucken Holzhäuschen eingepackt haben. Thomas Zünd hat jahrelange Erfahrung mit Campern, auch mit solchen, die sich dort im Winter aufhalten.

«Wintergäste» bleiben

Er kennt viele Geschichten. So etwa von sogenannten Aussteigern, die glaubten, billig auf dem Platz wohnen und von der Sozialhilfe leben zu können. «Als ich davon erfuhr, hat der <Aussteiger> sofort die Kündigung bekommen», erinnert sich Zünd. Dann sind da jene, die nach ihrer Pensionierung praktisch immer auf dem Campingplatz leben. Auch im Winter. «Da machen Leute eine Woche Wintercamping in einem Skigebiet und glauben, das wäre auch auf Dauer schön. Die werden meist schnell eines Besseren belehrt», lächelt Thomas Zünd. Man solle sich das Leben auf ein paar Quadratmetern, auf einer Parzelle und im Wohnwagen, nicht zu romantisch vorstellen, vor allem nicht im Winter.

Von der Polizei verhaftet

Am Sonnensee gibt es Dauercamper. Tritt das neue Reglement in Kraft, ist das nicht mehr erlaubt, oder? «Auf unserem Platz gibt es zwei, drei Camper, die auch während des Winter bei uns sind. Daran wird sich mit dem neuen Reglement nichts ändern», sagt der Campingplatz-Betreiber. Klar sei, dass es dann keine neuen Dauercamper mehr gebe. Bei der gemeinsamen Erarbeitung des neuen Reglements sei nie die Rede davon gewesen, dass jemand gehen muss.

Was seine Bewohner betrifft, geht der Kriessner Campingplatz-Besitzer auf Nummer sicher. Denn er weiss, für Leute, die untertauchen wollen, sind Campingplätze willkommene Verstecke. «Von allen, die sich bei uns anmelden, wird nicht nur Name und Adresse notiert, sondern auch die Pass- oder ID-Nummer.» Auf der Suche nach einem Delinquenten sei die Polizei bei ihm am Sonnensee einmal fündig geworden. «Nach längerem gut Zureden kam der Mann aus dem Wohnwagen und konnte anstandslos abgeführt werden», erinnert sich Zünd.

Kreativität ohne Grenzen

Neben der neuen Regelung, dass Camping- und Zeltplätze nicht dem Zweck eines dauernden Aufenthalts dienen und «keinerlei Wohnsitz begründet werden darf (weder Haupt- noch Neben- bzw. Zweitwohnsitz oder Wochenaufenthalt)», wird auch das Betreiben jeglichen Gewerbes verboten. Wer will schon auf einem solchen Platz ein Gewerbe betreiben? «Da sind die Leute zum Teil sehr kreativ», meint Thomas Zünd, «eine Frau, die therapeutische Massagen anbot meinte, es wäre doch ideal, diesen Service an so einem idyllischen Platz am See anzubieten». Wenn jemand von seinem Wohnwagen aus über Computer und Handy beispielsweise Handel betreibe, so könne ihm das schwer nachgewiesen werden. Finde aber ein regelmässiger Kundenbesuch auf dem Platz statt, könne er nach Inkrafttreten des neuen Reglements schnell eingreifen. Das könnte der Campingplatz-Betreiber doch auch ohne Gemeindereglement, die Anlage gehört ja ihm? «Ja, ich habe ein Reglement. Würde aber jemand einen findigen Anwalt engagieren, stellte sich die Frage, ob das vom Rechtlichen her reicht», meint Thomas Zünd.

Deshalb ist er froh, dass das neue Camping-Reglement alles klar regelt. «Dann kann ich mich jederzeit auf das Gemeindereglement abstützen, das hat sicher mehr Gewicht als meines.»

Keine Wintergäste am Baggersee

Auf dem zweiten Campingplatz innerhalb der Grenzen der Politischen Gemeinde Oberriet, beim Baggersee in Kriessern, ist die Situation anders. Dort gibt es laut Auskunft des Präsidenten des Baggerseevereins, Christian Freund, keine Wintergäste. «Damit die Leitung nicht einfrieren, wird über Winter das Wasser abgestellt», so Freund. Auch die sanitären Anlagen sind dann geschlossen. Wie Thomas Zünd begrüsst auch er das neue Camping-Reglement der Gemeinde.

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