REBSTEIN: Vögel im Ausnahmezustand

Die Räbschter Obervögel waren am Montagabend wieder in Aufruhr. Der Grund waren das neue Obervogelbrot und der Auftakt zur Fasnacht.

Mäx Hasler
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Ab sofort ist das Obervogelbrot auch für Nicht-Vögel erhältlich. (Bild: Mäx Hasler)

Ab sofort ist das Obervogelbrot auch für Nicht-Vögel erhältlich. (Bild: Mäx Hasler)

Mäx Hasler

 

Eigentlich sammeln sich die Obervögel Anfang Jahr immer bei der Bäckerei Lombardi, um der Fasnacht entgegen zu zwitschern und das Obervogelbrot zu probieren und zu prämieren. Am Montag war es anders. Die Vögel trafen sich im Büro (Vogelhäuschen) von Noch-Küken Ernst Apollo Gruber. Dort wurde mit dem Rebsteiner Dorfgetränk der Abschied von Grubers Kükendasein gefeiert, denn auch Vögel leben nicht vom Brot allein. Als der Durst gestillt war, kamen sie ihrer Pflicht nach und kosteten ihr Obervogelbrot, natürlich in Kombination mit dem Dorfgetränk.

Die Vogelmutter wartete schon

Nicht im Gänsemarsch, aber in Obervogelformation ging es Richtung Ampelkreuzung. Im Brotherstellungsbetrieb an der Ecke Bahnhof/Hauptstrasse wurden die Vögel von Vogelmutter Barbara schon sehnsüchtig erwartet. Auch Michael, der Vizechef der Obervogelbrotback­fabrik, wartete ganz aufgeregt auf die Körnlipicker und Sonnenbräuschlürfer. In der Backstube (sozusagen die Voliere der Obervögel, in der es langsam eng wird) ging es dann wieder chaotisch zu und her. Inszeniert vom Bartgeier (Bartscherer Sieber), dessen Mutter ein Papagei, respektive Plappergei, gewesen sein muss, war im Nu wieder eine obervogelgute Stimmung. Zuerst wurde das Obervogelbrot von 2017 gekostet und erwartungsgemäss für köstlich befunden. Dann wurde Küken Apollo Gruber unter den Augen des staunenden Fasnachts-OK in einer (denk)würdigen Zeremonie in die Kaste der gestandenen Obervögel befördert.

Dorfneuigkeiten vom Bartgeier

Anschliessend wusste der Bartgeier, der in seiner Barbiererei an der Quelle für Neuigkeiten sitzt, wieder einiges zu berichten. Vieles, das Hand und Fuss hatte, aber auch vieles, das erstunken und erlogen war. Was er nicht in seiner Rasierstube erfahren hatte, zwitscherten die Spatzen von den Rebsteiner Dächern. Zum Beispiel, dass sich die Lombardis, weil das Obervogelbrot so reissenden Absatz finde, im Calan­daland neuerdings ein kleines Maiensäss leisten können. Oder dass der jüngste Obervogel Apollo Gruber sein Bike ein halbes Jahr gesucht, aber nicht hinter seinem Haus nachgeschaut habe. Dass in Rebstein Wetten laufen, ob die Frau von Obervogel ­Nummer 24 Roger (Gögel) Keel eineiige oder zweieiige Zwillinge erwarte oder ob die Babys sogar verschiedene Hautfarben haben. Dass sie seit Neustem einen richtigen Gentleman in ihren Reihen hätten. Obervogel Nummer 19, Pius Friberg, habe seine Frau kürzlich überglücklich gemacht. Weil sie Geburtstag hatte, habe er zu ihr gesagt: «Schatz, heute musst du nicht abwaschen.» Während er abgebusselt wurde: «Du kannst das morgen erledigen.»

Abschluss von Nichtabstiegsversicherung

Oder dass er als Barbier, um nicht Pleite zu gehen, gezwungen sei, nur noch Frauen zu rasieren, weil sich fast alle Männer Bärte wachsen lassen. Durchgesickert ist auch, dass Obervogel Nummer 12, FC-Rebstein Präsident Hasa Steiner, seinen FC bei Obervogel Nummer 25, Apollo Gruber, gegen den Abstieg versichern wollte. Der Wahrheitsgehalt dieser Neuigkeiten dürfte wie schon in früheren Jahren bei einem Prozent liegen. Wahr ist aber, dass der von den Lombardis offerierte Imbiss gut schmeckte und das Obervogelbrot immer noch so gut schmeckt wie bei der Premiere vor dreizehn Jahren.