Rebstein
Politiker wollen wissen: Kommen die Pflegenden auch mal zur Ruhe?

CVP-Kantonsrat Sandro Hess möchte Zahlen zum Corona-Effort der Pflegenden. Damit sie die verdiente Wertschätzung bekommen.

Max Tinner
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Wegen Corona noch mehr Arbeit als ohnehin schon: Pflegerinnen und Ärztinnen auf der Intensivstation am Kantonsspital in St.Gallen. Die Regierung spricht von einer «langen Belastungsprobe».

Wegen Corona noch mehr Arbeit als ohnehin schon: Pflegerinnen und Ärztinnen auf der Intensivstation am Kantonsspital in St.Gallen. Die Regierung spricht von einer «langen Belastungsprobe».

Bild: Arthur Gamsa

Die SP-Fraktion des Kantonsrates hatte sich vor zwei Monaten bei der Regierung nach den Arbeitsbedingungen des Pflege- und Betreuungspersonals der Spitäler und Heime während Corona erkundigt. Die Regierung hat die Interpellation kurz vor Weihnachten beantwortet. Jene Auskunft genügt dem Rebsteiner CVP-Kantonsrat Sandro Hess und der Stadt-St.Galler SP-Kantonsrätin Maria Pappa aber nicht. Sie hakten diese Woche mit einer Einfachen Anfrage nach, in der sie nach Zahlen zum zusätzlichen Aufwand fragen, den das Pflegepersonal wegen Corona leistet.

Die Belastung war vor Corona schon gross

Die Belastung der Pflegenden sei schon vor Corona gross gewesen, begründen sie ihren Vorstoss. Mit Corona sei sie noch grösser geworden, und mit der zweiten und womöglich noch folgenden dritten Welle sei sie nochmals gestiegen, weil nun weniger Ressourcen für Coronapatienten freigehalten würden als noch während der ersten Welle im letzten Frühling.

Die Regierung stimmt dem bereits in ihrer Antwort auf die Interpellation der SP-Fraktion zu: «In der Covid-19-Epidemie wird das ganze medizinische Personal im stationären und ambulanten Bereich auf eine lange Belastungsprobe gestellt.»

Sandro Hess und Maria Pappa geht es bei ihrem Vorstoss um Wertschätzung: «Dieser Einsatz des Pflegepersonals zum Wohle aller ist für unsere Gesellschaft von grosser Bedeutung», schreiben sie. Den zusätzlichen Ar­beitsstunden und der grossen persönlichen Flexibilität der Pflegerinnen und Pfleger verdanke man, dass die Gesundheitsversorgung nicht zusammenbreche.

Auswirkungen auf Privatleben

Die Mehrarbeit wirke sich aber zwangsläufig aufs Privatleben aus, halten Hess und Pappa fest. Sie wollen deswegen von der Regierung wissen, wie die öffentliche Hand sicherstellt, dass die Pflegenden zur nötigen Ruhezeit kommen.

Bereits in ihrer Antwort auf die Interpellation der SP-Fraktion hat die Regierung auf die Möglichkeit der Gesundheitsbetriebe hingewiesen, Fachleute über einen Personalpool zu rekrutieren, den der Kanton eingerichtet hat. Dieses Angebot sei besonders von den Pflegeheimen gerne genutzt worden, schreibt die Regierung. Die Heime hätten ausserdem die Möglichkeit, über den kantona­len Führungsstab Unterstützung durch den Zivilschutz zu beantragen. Auch zu den Erfahrungen mit diesen beiden Hilfsangeboten möchten Sandro Hess und Maria Pappa mehr wissen.