Ortsplanung
Rebstein plant das Dorf neu

An einem Workshop äusserten die Rebsteinerinnen und Rebsteiner Ideen zum räumlichen Entwicklungskonzept.

Yves Solenthaler
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Gemeindepräsident Andreas Eggenberger (rechts) diskutiert mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Gemeinde-Workshops über die zukünftige Entwicklung von Rebstein.
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Die Verkaufsflächen am Jakobi-Markt standen dicht beisammen.

Gemeindepräsident Andreas Eggenberger (rechts) diskutiert mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Gemeinde-Workshops über die zukünftige Entwicklung von Rebstein.

Bild: ys

Die Gemeinde Rebstein arbeitet an einer neuen Ortsplanung. Am Samstag trafen sich 59 (von 65 angemeldeten) Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Progyzentrum und trugen in einem Workshop ihre Ideen und Wünsche zusammen.

«Es ist uns wichtig, dass sich die Bevölkerung von Anfang an am Prozess beteiligt», sagt Gemeindepräsident Andreas Eggenberger, «wir hatten mit den Coronalockerungen Glück, dass wir den Workshop noch vor den Sommerferien machen konnten.»

Anpassung an neues Raumplanungsgesetz

2014 ist auf Bundesebene das revidierte Raumplanungsgesetz eingeführt worden – mit dem Ziel, die Zersiedelung zu stoppen. 2017 ist auf diesen Grundlagen das kantonale Raumplanungsgesetz entstanden, das in den Gemeinden innert zehn Jahren, also bis 2027, umgesetzt werden muss.

In diesem Prozess steht Rebstein noch am Anfang. «Wir konnten mit der Ortsplanungsrevision erst beginnen, nachdem der Zusammenschluss mit Marbach nicht zustande kam», sagt Eggenberger. Eine Kerngruppe, bestehend aus Gemeinderätinnen und -räten, Mitgliedern des Ortsgemeinderats und von Raumplaner ERR aus St.Gallen und themenspezifisch weiteren Expertinnen und Experten hat Vorschläge erarbeitet, über die die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Samstag während zweienhalb Stunden brüteten. «Es waren engagierte Diskussionen», sagt Eggenberger, «und es sind super Ideen gekommen.»

«Rebstein wächst, Rebstein hat Reserven»

Marilene Holzhauser von ERR Raumplaner präsentierte kurz die Analyse zur Gemeindeentwicklung: «Rebstein wächst, in Rebstein wird gewohnt und gearbeitet – aber Rebstein hat an einigen Stellen noch Reserven.» Danach verteilten sich die Anwesenden auf neun Tische zu den Themen Siedlung, Verkehr und Landschaft.

Die Rebsteinerinnen und Rebsteiner schrieben Notizen auf Karten, beschrifteten Hunderte Post-it-Zettel und diskutierten über ihr Dorf. Die Gemeinderäte präsentierten nachher die «Ergebnisse».

Beim Thema Siedlung waren vier Schwerpunkte auszumachen: Gelbe Zonen (Wohngebiet) vergrössern, das Dorfzentrum aufwerten, bessere Infrastruktur für Familien und Begegnungsstätten für Jugendliche.

Beim Thema Verkehr stöhnt Rebstein über Schwertransporte durch das Dorf, hier gibt’s drei Vorschläge einer anderen Strassenführung, favorisiert scheint die Variante über Marbach. Viele wünschen sich zudem einen durchgehenden Veloweg nach Kriessern und für Fussgänger im Dorf mehr Sicherheit. Ein neuralgischer Punkt ist die Alte Landstrasse, hier drang der Wunsch durch, sie verkehrsmässig zu entlasten.

Was grün ist, soll grün bleiben

Beim Themenkomplex Natur/Erholung/Landschaft sind «grüne Hauptachsen» geplant. Diese sollen auch als solche erkennbar sein, wünschten die Bürgerinnen und Bürger. Was grün ist, soll grün bleiben – und zudem die Biodiversität gefördert werden. So soll etwa die Gemeinde ihre eigenen Grünflächen weniger intensiv mähen. Und schon fast ein Klassiker auf den Post-it-Zetteln war der Wunsch, den Progyplatz zu begrünen.

Die Vorschläge gehen nun an die Kerngruppe zurück. Sie sind unter www.rebstein.ch einsehbar. Weitere Wünsche und Anregungen können bis 26.Juli per Mail oder Brief an die Gemeinde geäussert werden (E-Mitwirkung). Im Herbst soll das revidierte Entwicklungskonzept veröffentlicht werden.