REBSTEIN-MARBACH: Erfolgreich im instabilen Umfeld

Über 700 Genossenschafterinnen und Genossenschafter versammelten sich gestern Abend in Rebstein und Marbach zur Generalversammlung ihrer Raiffeisenbank

Max Pflüger
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Diskussionslos und einstimmig stimmten die Genossenschafter in Rebstein allen Anträgen zu. Auch in Marbach stimmten die Genossenschafter einstimmig zu. (Bilder: Max Pflüger)

Diskussionslos und einstimmig stimmten die Genossenschafter in Rebstein allen Anträgen zu. Auch in Marbach stimmten die Genossenschafter einstimmig zu. (Bilder: Max Pflüger)

Max Pflüger

In der Progyhalle Rebstein führten Verwaltungsratspräsident Roger Kluser und der Vorsitzende der Bankleitung, Linus Spirig, durch die Versammlung. Über TV waren sie verbunden mit den Versammlungsteilnehmern in der Mehrzweckhalle Amtacker in Marbach.

An beiden Orten wurde die grundsätzliche Botschaft über das erfolgreiche Geschäftsjahr mit Zufriedenheit vernommen: «In einem äusserst anspruchsvollen Marktumfeld erwirtschafteten wir 2016 erneut ein gutes Ergebnis und können so an den Erfolg der Vorjahre anknüpfen.»

Turbulenzen aus dem Ausland

«Vor einem Jahr haben wir über die Eurokrise, den Euro-Mindestkurs, einen Austritt Griechenlands aus der EU und die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland gesprochen», sagte VR-Präsident Kluser zu Beginn seines Jahresberichts.

Glücklicherweise hätten sich aber die düsteren Voraussagen inzwischen etwas relativiert und unsere Wirtschaft stände nach wie vor gut bis sehr gut da, meinte er. Doch die Lage sei weiterhin instabil und nicht genau voraus zu sehen. Global ortete er grosse Baustellen und Unsicherheiten:

Wie entwickelt sich Amerika unter dem neuen Präsidenten? Welche Auswirkungen hat das Machtgebaren von Erdogan in der Türkei? Wie geht es nach dem Brexit weiter? Wie geht es mit der Allianz der drei Supermächte Russland, China und den USA weiter und welche Auswirkungen haben sie auf die Weltwirtschaft? Was bringen die Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden? Wie entwickeln sich die Geldmengen und die Zinsen?

Die Wirtschaft in der Ostschweiz

Für die Schweiz im Allgemeinen und die Ostschweiz im Besonderen ortete Roger Kluser ein für alle Branchen unterschiedlich gutes Geschäftsjahr 2016. Sehr erfolgreich unterwegs ist in unserer Region der Maschinenbau, die Metallindustrie, die Elektronik sowie die Chemiebranche. Weniger optimistisch sind die Bereiche Textilien, Nahrungsmittel und die Druck- und Verlagsunternehmen.

Vor allem geisselte Roger Kluser den nach wie vor extrem hohen Einkaufstourismus im nahen Ausland. Und er rief die Genossenschafter auf: «Vergessen Sie nicht, auch unserer lokalen Geschäfte zu berücksichtigen. Sie profitieren von einer kompetenten Beratung, frischer Ware und einem nahen Einkaufserlebnis.»

Über die Lage der örtlichen Raiffeisenbank orientierte anschliessend der Vorsitzende der Bankleitung, Linus Spirig.

Steigende Tendenzen bei Raiffeisen

Alle wichtigen Kennzahlen weisen erneut eine steigende Tendenz auf. Die Kundenausleihungen stiegen um 21 Mio. oder um 4,1% auf 540 Mio. Franken. Die Kundengelder sind um 6 Mio. auf 340 Mio. Franken gestiegen. Trotz zu tiefer Zinsen ist eine sichere Anlage bei der Raiffeisenbank Rebstein-Marbach immer sehr gefragt. Der Bruttogewinn oder der Cashflow ist vor den Abschreibungen, Steuern, Bildung von Reserven und Gewinnausschüttung um 3,5% auf 4,371 Mio. gestiegen. Letztlich verbleibt der Bank ein Reingewinn von 635531 Franken, von dem 310367 Franken zur Verzinsung der Anteilscheine mit 6% aufgewendet werden.

Geselliger Ausklang in Rebstein und Marbach

Nach einem wohlschmeckenden Nachtessen feierten die Rebsteiner und Marbacher zu den Klängen der Fäaschtbänkler in Rebstein und von Alpenstarkstrom in Marbach ihr Raiffeisenfest der Begegnung und Geselligkeit. Immer wieder ein wichtiger dörflicher Grossanlass.