«Rebstein ist der Wunschpartner»

REBSTEIN/MARBACH. Die evangelischen Kirchgemeinden Marbach und Rebstein entscheiden an ihren Bürgerversammlungen über den Fusionsvertrag – Rebstein am 23. März und Marbach am 30. März.

Monika von der Linden
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Die zwei evangelischen Kirchgemeinden von Rebstein und Marbach nähern sich an. Sagen die Bürger Ja zum Fusionsvertrag, stehen die Kirchtürme von Rebstein (links) und Marbach bald in einer Kirchgemeinde. (Bild: Illustration: Patrick Steiger)

Die zwei evangelischen Kirchgemeinden von Rebstein und Marbach nähern sich an. Sagen die Bürger Ja zum Fusionsvertrag, stehen die Kirchtürme von Rebstein (links) und Marbach bald in einer Kirchgemeinde. (Bild: Illustration: Patrick Steiger)

«Die Absicht zur Fusion ist ein gut überlegter Schritt», heisst es im Leitgedanken des Fusionsvertrages der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Rebstein-Marbach. Er beruhe auf einer langen und bewährten Zusammenarbeit zweier weltoffener und gut funktionierender Kirchgemeinden.

Die Fusion sei Grundlage, sie zu vertiefen. «Wir arbeiten bereits intensiv zusammen und sind politisch – im Bauamt, in der Schule und der Feuerwehr – eng verbunden», sagt Heidi Gsell (Kivo-Präsidentin, Marbach). Eine fusionierte Gemeinde berge Chancen für mehr Angebote – für Schüler, junge Erwachsene und Senioren. Auch können sich die Pfarrpersonen vertreten.

Marbach muss fusionieren

Marbach ist auf eine Fusion angewiesen. Die Synode hat beschlossen: Ab dem Jahr 2016 werden nur noch Kirchgemeinden mit mindestens 1000 Mitgliedern Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich erhalten.

Sollte die Fusion nicht zustande kommen, müsste die Marbacher Gemeinde einen Zusammenschluss mit Altstätten suchen – Marbach hat 593 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2013). «Rebstein ist unser Wunschpartner», sagt Heidi Gsell. «Die Gemeinde in Altstätten ist fast viermal so gross wie unsere.» Beide haben ausser der regionalen Zusammenarbeit keine gemeinsamen Angebote. «Wir sind Rebstein näher, sowohl kirchlich als auch geographisch.»

Sie wisse es zu schätzen, dass Rebstein bereit sei, die Fusion anzustreben und den christlichen Gedanken wirtschaftlichen Überlegungen voranzustellen.

Rebstein würde nicht isoliert

Für Rebstein bedeutete eine Ablehnung, manche Angebote, zum Beispiel Andachten im Geserhus, Erlebnisprogramme für Jugendliche und Konfirmandenlager, könnten nicht wie bisher bestehen. «Für uns in Rebstein würde durch die Fusion die Gefahr eliminiert, als Kirchgemeinde isoliert zwischen Ober- und Unterrheintal zu stehen», sagt Hans Hohl (Kivo-Präsident, Rebstein). «Weiter hätten wir einen kleineren Bedarf an Behördenmitgliedern.» Hohl wertet die Fusion mit Marbach als Beitrag für eine fortschrittliche Kirche – getreu dem Leitsatz: «Nahe bei Gott, nahe bei den Menschen.»

Vereinzelt hörte der Rebsteiner Präsident Bedenken, man wolle keine Erhöhung des Steuerfusses von 28 auf 30 Prozent in Kauf nehmen. Hans Hohl: «In der fusionierten Gemeinde haben alle selbstverständlich den gleichen Steuerfuss.» Die Steuereinnahmen genügen nicht zur Finanzierung der Kirchgemeinde. Um das kirchliche Leben ohne Stellenabbau zu gewährleisten, stellt die Kantonalkirche Mittel aus dem Finanzausgleich zur Verfügung. Der Fusionsvertrag hält fest: In beiden Dörfern werden kirchliche Traditionen – wie zum Beispiel Taufen, Trauungen, Abdankungen und Ökumene – ihre Bedeutung behalten. Deshalb werden die Gebäude und Pfarrämter zu lokalen Standorten in der Kirchgemeinde. Alle ungekündigten und gewählten Mitarbeiter werden von der neu gegründeten Kirchgemeinde übernommen.

Mehr Geld für Pfarrpersonen

Die Kirchgemeinde Rebstein-Marbach hätte 1700 Mitglieder. Sie bekäme aus dem Finanzausgleich Mittel, um 2,4 Stellen zu finanzieren. Das Geld muss für Pfarrpersonen, Diakone oder Sozialdiakone eingesetzt werden. «Diese Massnahme – sie setzt einen Steuerfuss von 30 Prozent voraus – gewährleistet, dass wir mit den direkten Steuern den übrigen Verwaltungsaufwand abdecken», sagt Hans Hohl.

Start ist am 1. Januar 2015

Werden beide Gemeinden dem Vertrag zustimmen, findet die Gründungsversammlung am 21. September statt. Dann wird die fusionierte Kirchgemeinde die neue Gemeindeordnung verabschieden und die Kivo wählen. Hans Hohl wird als Präsident kandidieren. Inkrafttreten wird die Fusion per 1. Januar 2015

Die Gemeindeversammlung von Rebstein ist am Sonntag, 23. März, um 10.30 Uhr im Kirchgemeindehaus; die von Marbach am Sonntag, 30. März, um 10.45 Uhr in der evangelischen Kirche.