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REBSTEIN: Insider-Geschichten für Rebschter

Über 60 Personen folgten der Einladung von Pro Cultura zu einem musikalisch-theatralischen Abend. Claudia Rohrhirs und die Band Wildheuer boten lokalen Spuk und internationale Lieder.
Viel Beifall gab es für Lisette (Claudia Rohrhirs) und die internationalen Songs der Wildheuer. (Bild: Maya Seiler)

Viel Beifall gab es für Lisette (Claudia Rohrhirs) und die internationalen Songs der Wildheuer. (Bild: Maya Seiler)

Bereits das Eröffnungsstück der Wildheuer, «Heute hier, morgen dort», kündete den weit gespannten Bogen des Abends voll klangschöner Musik, spukhafter Geschichten und witziger Einfälle an. Leider war Claudia Rohrhirs verhindert und hatte ihre Haushälterin Lisette in den Burgkeller entsandt, um Publikum und Musiker heimzuschicken. Bereits dieser erste Gag sorgte für Heiterkeit; mit Schmunzeln, Lachen und Beifall ging es weiter.

Die wortgewandte Lisette hatte nämlich beim Abstauben des Schreibtisches die Notizen ihrer Herrin für das Gastspiel vom Samstag gefunden. Also anerbot sich das Dienstmädchen, an deren Stelle aufzutreten, und rief die Musiker zurück; einzige Bedingung: kein Wort an Frau Rohrhirs.

Lisette stellte die Musik­band «Die Wildheuer» vor, Band­mitglied Ruedi Graf aus Reb­-stein verleitete sie bereits zu einem vergnügten Exkurs über «Rebschter» Übernamen.

Geschichten, sagenhaft und sagenhaft gut erfunden

Weiter ging es mit wahren und sagenhaften Geschichten aus der Vergangenheit des Dorfes. Wie ein roter Faden zog sich die Sage der «Frau auf dem Härdli» durch den ganzen Abend. Diese soll alle zehn Jahre gesehen worden sein, wie sie auf einer Geldkiste sitzend auf Erlösung wartete. Rohrhirs alias Lisette spekulierte darüber, ob die Frau ihre Erlösung beziehungsweise ihren «Erlöser» gefunden habe oder immer noch alle zehn Jahre herumgeistern müsse. Als Erlöser stellte sich die Geschichtenerzählerin immer attraktive Männer vor: Die Frau hatte einfach ihre Geldkiste zurückgelassen und war dem Minnesänger Heinrich von Hardegger, dem «Schönen Mann» aus Vorarlberg, einem Freiherren von Sax, dem Sänger Caruso oder dem sagenhaften Jäger vom Hirschensprung gefolgt. Flugs flocht Claudia Rohrhirs weitere Sagen ein, da einige dieser Männer bloss aus sagenhaften Erzählungen bekannt sind.

Der schöne Mann soll mit dem Teufel einen Pakt geschlossen und ihm ein Neugeborenes übergeben haben. Der Berg, in den er zur Strafe verwandelt wurde, heisst heute noch «Schöner Mann» und ist von der Terrasse vor dem Burgkeller gut zu sehen.

Die Musik der vier Wildheuer passte als Tüpfchen auf dem «i» zu den Geschichten. Der irische Song «Dirty old Town» knüpfte an den Besuch irischer Mönche im Rheintal, italienischer Minnegesang führte über ein Appenzeller Zäuerli – obwohl die Appenzeller und ihre Raubzüge im Rheintal gefürchtet waren – zu Mani Matters «Sidi Abdel Assar vo El Hama», passend zum Auftauchen der Sarazenen im 10. Jahrhundert.

Der Dorfbrand von 1891 war gleichzeitig das Gründerjahr der Sonnenbräu. Das Publikum freute sich über Lisettes Zusammenfassung: «D’ Frau vom Härdli het am Sunnebräu-Fescht mit emme Griech Sirtaki tanzed» – und tanzte und klatschte begeistert zum «Alexis Sorbas»-Sirtaki, authentisch gespielt von den Wildheuern, zu denen ausser Graf auch Martin und Urban Koller sowie Kaspar Toggenburger gehören. Die neapolitanischen Belcanto-Lieder, mit gewaltiger, an Caruso erinnernder Stimme gesungen, erhielt frenetischen Beifall.

Maya Seiler

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