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REBSTEIN: Güggel-Bier für die Reformierten

Jede Region soll ihr Reformationsbier haben. Da liegt es nahe, dass Pfarrer Renato Tolfo als Vorstand des Sonnenbräu-Fanclubs heimisches Bier für diesen Zweck bevorzugt.
Monika von der Linden
Der Hahn erinnerte Petrus mit seinem Krähen daran, dass dieser seinen Freund Jesus verleugnet hatte. Auf Türmen reformierter Kirchen sitzt er als Wetterhahn. (Bild: depositphotos/katoosha)

Der Hahn erinnerte Petrus mit seinem Krähen daran, dass dieser seinen Freund Jesus verleugnet hatte. Auf Türmen reformierter Kirchen sitzt er als Wetterhahn. (Bild: depositphotos/katoosha)

Monika von der Linden

Zur Zeit der Reformation vor 500 Jahren hatte Bier einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft als heute. Es war nahrhaft, meist sauberer als Trinkwasser und der breiten Bevölkerung zugänglich. Heute ist Bier ein Genussmittel, das man gern an Festen in Gesellschaft konsumiert.

Feiert die Bevölkerung regional ausgerichtete Feste, markiert die Kirche dort Präsenz. Zum Beispiel mit dem ökumenischen Gottesdienst an der Rhema und im März mit einem regionalen Anlass zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation. Dann wird das regionale Reformationsbier – das Güggel-Bier – ausgeschenkt.

«Wir kommen an diesen Festen mit Menschen in Kontakt, die wir sonst nicht erreichen», sagt der Rebsteiner Pfarrer Renato Tolfo. «Ich sehe es als eine Chance, über die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen der Reformation zu sprechen.» Denn die Gründung von Schulen und die Armenfürsorge seien Beispiele für Errungenschaften, die auf der Kirche basierten und heute als selbstverständlich wahrgenommen würden. «Wir haben längst begonnen, diese sozialen Leistungen abzubauen.»

Beide Traditionen sind wichtig für die Gesellschaft

Renato Tolfo und Kirchenratspräsident Martin Schmidt forcierten deshalb die Idee, dem Rheintal zu einem eigenen Reformationsbier zu verhelfen. Als ehemaliger Pfarrer von Berneck und Mitglied des Sonnenbräu-Fanclubs ist Martin Schmidt dem Rheintal nach wie vor verbunden. Ausserdem tritt er gern und oft mit dem aus Rüthi stammenden Bischof Markus Büchel auf. Die beiden vertreten zwar zwei unterschiedlich christliche Konfessionen, prägen das Jubiläumsjahr aber ökumenisch. Sie stossen an, die Ökumene im Rheintal intensiver zu pflegen.

Renato Tolfo gehört dem Fanclub-Vorstand an und wohnt neben der Brauerei. Auf diese Nachbarschaft beruft sich auch Claudia Graf (Geschäftsleiterin Sonnenbräu). In geselliger Runde anzustossen und die Reformation bezeichnet sie als zwei für die Gesellschaft wichtige Traditionen. Das will Sonnenbräu mit der Lancierung des Güggel-Bieres gebührend feiern. «Das Fest ist für uns eine gute Chance. Wir möchten alle Menschen ansprechen. Das möchte die Kirche auch.»

Mit «Güggel-Bier» trägt das Reformationsbier einen eigenen Namen. Es ist aber eine bewährte Sorte (Büezer) mit neuem Etikett. «Ein eigenes Bier vermochten wir nicht kreieren zu lassen», sagt Renato Tolfo. Die Kirchgemeinde hätte eine Garantie für ­einen Sud von etwa 9000 Litern geben müssen. «Büezer-Bier trifft den Geschmack der meisten Leute und ist naturtrüb wie das Bier zur Zeit der Reformation.» Das Etikett kommt peppig daher. Der krähende Hahn erinnert an den Wetterhahn auf Kirchtürmen. «Er steht symbolisch dafür, dass die Kirche etwas lauter werden sollte», sagt Tolfo. Der Güggel solle die Menschen aufwecken, damit sie nicht vergessen, woher die sozialen Errungenschaften kommen.

Lanciert wird das Güggel-Bier am Freitag, 9. März, von 17.30 bis 19 Uhr bei der Brauerei Sonnenbräu. Es werden Bier, alkoholfreie Getränke und Güggel-Gerichte offeriert. Weiter wird der Sieger-Pokal des Güggel-Grillwettbewerbs verliehen.

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