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REBSTEIN: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Am Donnerstag veranstaltete der St. Galler Regierungspräsident Fredy Fässler zusammen mit der Fachstelle Integration und dem eritreischen Medienbund Schweiz einen Anlass zum Thema Menschen aus Eritrea.
Benjamin Schmid

Benjamin Schmid

Ziel des Anlasses war es, sich vorurteilsfrei zu begegnen und mehr voneinander zu lernen. Es sollte keine reine Informationsveranstaltung werden, sondern man wollte Fragen aufwerfen und möglichst im Plenum beantworten. Zwischen 18 und 20 Uhr fanden sich zahlreiche Eritreer und Schweizer im ri.nova-Impulszentrum in Rebstein ein, um sich kennenzulernen. Nebst Fässler, der durch den Abend führte, richteten auch Ibrahim Yousif Mohammed von der Eritrean Dia­spora Academy Heerbrugg sowie Alex Arnold, Präsident der Fachstelle Integration, Begrüssungsworte an das Publikum. Beide betonten, dass es trotz Schwierigkeiten entscheidend sei, Zweifel und Zurückhaltung abzustreifen und aufeinander zuzugehen. Die Ausgangslage sei eindeutig und die Unterschiede überwindbar. Es müssen Angebote für ein gemeinsames Miteinander geschaffen werden, um einerseits Wissen aufzubauen und andererseits im Austausch Vorurteile abzubauen.

Brücken bauen und begehen

Bei vielen Diskussionen um Flüchtlinge, Migration und Integration vergessen die Beteiligten manchmal, dass es stets um Menschen gehe, so Aster Berhane, Eritreerin aus Deutschland. Mittelpunkt der Debatten seien keine Ausserirdischen, geisteskranke Psychopathen oder kinderfressende Ungeheuer. «Dafür aber Männer und Frauen, die sich auf der Suche nach einer sicheren und glücklicheren Zukunft auf den mühsamen Weg nach Europa machen», sagte Aster Berhane und ergänzt: «Kaum einer verlässt seine Heimat aus Freude und purer Reiselust. Allzu häufig aber aus Angst vor Verfolgung, In­haftierung, Folter und Mord.» Für Christian Fischer, Koordinator Eritreischer Medienbund Schweiz, lassen sich zahlreiche Unterschiede zwischen den Kulturen erkennen, doch bei genauerer Betrachtung verlieren diese ihre Bedeutung. Werden zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen Brücken gebaut – nicht nur um das humanitäre Gewissen zu beruhigen, sondern um diese zu nutzen und zu begehen – entdecke man einige Gemeinsamkeiten, führte Fischer aus. Keiner der Anwesenden behauptete, dass ein Miteinander das Einfachste der Welt sei. Aber anstatt die Flüchtlinge und ihre Motive zum Gegenstand der Diskussion zu machen, könne man gemäss Regierungspräsident Fässler auch die Menschen mit ihren Gefühlen und Wünschen in den Mittelpunkt stellen. Hier versuchte die Veranstaltung anzusetzen, indem sie nicht nur auf die Schwierigkeiten des bilateralen Verhältnisses einging, sondern bei den einzelnen Menschen begann.

Natürlich gebe es kulturelle Unterschiede und sprachliche Barrieren. Natürlich könne die Schweiz nicht allen Erwartungen der Flüchtlinge gerecht werden und sie bedingungslos aufnehmen, war zu hören. Aber Schweizerinnen und Schweizer können sich Zeit nehmen, sich auf das Gegenüber einzulassen, Verständnis aufzubringen und zu versuchen, einander besser zu verstehen, ist sich der Flüchtling Nuguse Mengs sicher. «Umgekehrt darf man von den Migranten erwarten, dass sie gewillt sind, die Sprache, die Kultur und die Sitten der Schweiz kennenzulernen und zu respektieren», sagte Stefan Britschgi, Kantonsrat und Inhaber eines Gemüsebaubetriebs in Diepoldsau. Seiner Meinung nach fehle es teils an Einsatzbereitschaft, um sich auch langfristig für den Arbeitsmarkt interessant zu machen. Britschgi ist überzeugt, dass sobald persönliche Kontakte hergestellt und Freundschaften auf­gebaut werden – wenn also eine menschliche Beziehung entsteht – die Unterschiede in den Hintergrund treten und sich Empathie und Verständnis entwickeln.

Auch wenn bei der Podiumsdiskussion zwischen Nuguse Mengs, Aster Berhane, Stefan Britschgi und Fredy Fässler keine globale Lösung gefunden wurde, zeigte sich der völkerverbin­dende Gedanke: Miteinander kommunizieren, einander zuhören und gemeinsame Wege beschreiten.

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