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REBSTEIN: Auf ein reformiertes Bier mit dem Bischof

Jetzt hat auch das Rheintal sein Bier zum Reformationsjubiläum, das Güggelbier. Am Freitag wurde es lanciert. Zusammen mit dem Kantonalkirchenratspräsidenten Martin Schmidt, Bischof Markus Büchel und mehreren Hundert Sonnenbräu-Fans.
Max Tinner
Ökumenisches Suchbild: Wo sind der Präsident des Evangelischen Kantonalkirchenrates und der Bischof? Beim Güggelbier-Bügelflaschen-Plop-Countdown mitten im Volk. Gleiche unter Gleichen. (Bild: Max Tinner)

Ökumenisches Suchbild: Wo sind der Präsident des Evangelischen Kantonalkirchenrates und der Bischof? Beim Güggelbier-Bügelflaschen-Plop-Countdown mitten im Volk. Gleiche unter Gleichen. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Was unterscheidet den Besuch in einem katholischen von einem in einem reformierten Pfarrhaus? Martin Schmidt, Präsident des Kirchenrats der Evangelischen Kantonalkirche beantwortet seine Frage gleich selbst: «Beim katholischen Pfarrer wird man gefragt: ‹Wysse oder Rote?› . . . Wein natürlich. Der reformierte Pfarrer fragt: ‹Kamille oder Chrüter?› . . . Tee selbstverständlich.» Dass das Rheintal nun mit dem Güggelbier der Brauerei Sonnenbräu mit einem eigenen Festbier auf 500 Jahre Reformation anstosse, rücke das Bild des bie­deren, asketischen Reformier­-ten ein wenig zurecht, meint Schmidt.

Schmidt, früher Pfarrer in Berneck, ist zusammen mit dem Rebsteiner Pfarrer Renato Tolfo Initiant des Güggelbiers. Beide sind Mitglieder des Sonnenbräu-Fanclubs; Tolfo ist sogar im Vorstand. Die Sonnenbräu war für sie auch die richtige Partnerin, weil die Brauerei «fest in reformierter Hand» sei. Immerhin war Christina Graf, die Mutter von Sonnenbräu-Chefin Claudia Graf, früher Präsidentin der Rebsteiner Kirchenvorsteherschaft. Fürs Reformationsbier liess man allerdings kein neues Bier entwickeln. Es ist Büezerbier, abgefüllt in Flaschen mit spezieller Etikette. Limitiert auf 5000 Flaschen.

Ehrengast bei der Lancierung war auch Bischof Markus Büchel. Auf die Frage, ob er denn als katholischer Würdenträger für die Teilnahme an Feiern zum Reformationsjubiläum nicht erst Rom um Erlaubnis fragen müsse, lacht er und stellt klar: «Als Bischof bin ich recht autonom.» Es ist für ihn auch keineswegs abwegig, an diesen Feiern dabei zu sein: «Wir Katholiken nehmen Anteil an Freud und Leid auch der Reformierten – Jubiläen feiern wir darum gemeinsam.» In den letzten 50 Jahren habe sich vieles getan, man sei sich näher gekommen. «Und es ist unsere Aufgabe, miteinander zu machen, was wir miteinander machen können», betont der Bischof. Er hoffe, dass die Konfessionen miteinander eine Zukunft haben. «Und wenn wir uns hier im Rheintal gemeinsam bei einem Bier finden, sind wir schon weit», meint der gebürtige Rüthner zuversichtlich.

Für Benno Keel, Verkaufsleiter bei der Sonnenbräu und Dorforiginal, war Ökumene schon zu einer Zeit Selbstverständlichkeit, als manche Leute Nachbarn, die der andern Konfession angehörten, noch aus dem Weg gegangen seien, erzählt er. Er sei der Sohn des damaligen katholischen Mesmers gewesen («und Oberministrant!», wie er betont). Und sein bester Kollege sei der Sohn des reformierten Mesmers gewesen.

Der Hahn als Namensgeber für das Rheintaler Reformationsbier steht hierzulande auf vielen reformierten Kirchen und gilt darum als reformiertes Symbol – was er gar nicht ist. Wetterhähne auf Kirchtürmen gab es schon vor der Reformation. Es lässt sich folgern: Das Güggelbier ist eigentlich kein reformiertes Bier, sondern ein ökumenisches. Die vielen Katholiken am Fest bei der Brauerei lassen keine Zweifel aufkommen: Auch ihnen schmeckt das Güggelbier – am besten zu grillierten Güggeli, wie sie am Freitag dazu offeriert wurden.

Hinweis

Impressionen vom Anlass auf www.rheintaler.ch/bilderstrecken

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