Rebstein ärgern die Talentschulen

REBSTEIN. Sechs Jugendliche aus Rebstein und Marbach besuchen auswärtige Talentschulen. Wegen der teuren Schulgelder möchte man nun die Stundenpläne so anpassen, dass es für begabte Schüler attraktiv wird, weiter in Rebstein zur Schule zu gehen.

Max Tinner
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Roland Schönauer zeigt, wie der geplante Anbau an das Schulhaus Sonnental die Raumprobleme der Oberstufe lösen soll. (Bild: Max Tinner)

Roland Schönauer zeigt, wie der geplante Anbau an das Schulhaus Sonnental die Raumprobleme der Oberstufe lösen soll. (Bild: Max Tinner)

Diese Woche wurde der Oberstufe Altstätten die Führung einer Talentschule für Gestaltung bewilligt. Eine Talentschule für Musik wird dort bereits seit letztem August geführt. Weitere Talentschulen gibt es für Sportler verschiedener Disziplinen in Grabs, Heerbrugg und Wil. So reizvoll solche Talentschulen für begabte Jugendliche sind: Den Oberstufenschulrat Rebstein-Marbach ärgern sie.

Talentschüler fehlen und kosten

Bereits letztes Jahr sind sechs Oberstufenschüler aus Rebstein und Marbach an solche Schulen gewechselt. Dies erschwere nicht nur die Klassenplanung, sagte Oberstufenpräsident Roland Schönauer an der Bürgerinformation gestern im «Rebstock»-Saal. Noch mehr stören ihn die Schulgelder, welche die Oberstufenschulgemeinde den Talentschulen für diese Schüler zu entrichten hat. Bereits letztes Jahr waren es 13 700 Franken – pro Schüler.

Die Oberstufe Rebstein-Marbach will nun Gegensteuer geben. Zwar will man keine eigene Talentschule eröffnen. Man möchte aber die Stundenpläne so gestalten, dass es begabten Schülern möglich wird, an einigen Tagen pro Woche bereits im Verlauf des Nachmittags zu Musikproben oder Trainings zu gehen. «Was sind diese Talentschulen schon viel anderes, als dass für ihre Schüler der Unterricht um 15 Uhr endet, damit sie in ihre Förderstunden gehen können», meinte Schönauer.

Andererseits leidet die Oberstufe Rebstein-Marbach unter chronischer Raumnot. Zwar sind die Schülerzahlen in den letzten Jahren zurückgegangen. Der Oberstufenschulrat geht aber davon aus, dass der Tiefpunkt erreicht ist und die Schülerzahlen in den nächsten Jahren wieder steigen werden. Nicht zuletzt infolge der regen Bautätigkeit in Rebstein und Marbach. Ein Anbau an das Oberstufenzentrum Sonnental soll nun zumindest einen Teil der benötigten Schulräume bringen.

Eigentlich fehlten der Oberstufe ja 121/2Schuleinheiten, erklärte Roland Schönauer. Aus Kostengründen will man sich mit 71/2Schuleinheiten begnügen. Bereits dieser Anbau wird um die 2,7 Mio. Franken kosten. Genauere Zahlen wird das Detailprojekt liefern. Für dieses wird der Bürgerversammlung diesen Frühling ein Projektierungskredit über knapp 69 000 Franken unterbreitet.

Aus der Runde wurde die Frage aufgeworfen, ob der Anbau wirklich nötig sei und die von der Primarschule zugemieteten Räume im Schulhaus Schachen nicht auch in Zukunft genügen würden, zumal die Schülerzahlen auch an der Primarschule zurückgegangen seien.

Ein Schulnebenraumproblem

Primarschulratspräsident Patrick Matter erklärte, dass auch künftig zwei Schulzimmer zur Verfügung gestellt werden könnten. «Die Primarschule ist aber auch nicht böse, wenn die Oberstufe auszieht», schob er nach.

Heute müsse man pro Klasse mit 11/2Schulzimmern rechnen.

Trotz gesunkener Schülerzahlen habe darum auch die Primarschule ein Raumproblem, auch wenn es in ihrem Fall mehr ein Schulnebenraumproblem sei. Ein weiteres Problem, mit dem die Primarschule zu kämpfen hat, sind Sachbeschädigungen und und auf den Schularealen liegengelassener Abfall. 2009 entstanden der Primarschule dadurch Kosten von über 10 000 Franken.

Der Schulrat hat darum ein Betretungsverbot erlassen, welches es Unbefugten untersagt, die Schulareale ausserhalb der Schulzeit zu betreten («Der Rheintaler» berichtete).

Mehr von der Bürgerinformation in unserer morgigen Ausgabe.

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