Rauminstallationen zum Thema Haus: Die Künstlerin Birgit Widmer zeigt ihr Schaffen im Stellwerk-Häuschen in Heerbrugg

Birgit Widmer zeigt Zeichnungen und Skulpturen zum Haus. Die Vernissage ist am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr.

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Künstlerin Birgit Widmer stellt in Heerbrugg aus.

Künstlerin Birgit Widmer stellt in Heerbrugg aus.

Bild: pd

«Physische Notiz» ist der Titel dieser Raumintervention. Die Künstlerin Birgit Widmer beschäftigt sich dabei mit dem Thema Haus: Was macht ein Haus aus? Wie ist die Beziehung vom Menschen zum Haus, zum Gerüst sowie zur Leichtigkeit und zur Blockade, die ein Haus auslösen kann? Die Künstlerin fragt auch nach der Beziehung zwischen dem Menschen und dem Ballast im Haus. Ebenso beleuchtet die Künstlerin den Besitz und den Schutz des Hauses und fragt dabei nach Illusion oder Irrtum.

Auch die stillen Mitbewohner des Stellwerk-Häuschens sind einbezogen. So wird die Ausstellung entsprechend mit einem Spinnentier auf der Einladungskarte angekündigt.

Die Rauminstallation zieht sich wie ein Faden durch das ganze Stellwerk-Häuschen. Die Arbeit «unterbrochene Komposition» im Untergeschoss ist beispielsweise ein Fadenwerk und mit dem Spinnentier im Obergeschoss verbunden.

Verschiedene durchdachte Einzelwerke ausgestellt

Entlang des Gesamtkunstwerks finden sich verschiedene durchdachte Einzelwerke. So begegnet man unter anderem der objekthaften Installation «Talking Shirt» – der Mensch und das Haus in einer Darstellung. Hoch auf einer Metallleiter «sitzt» ein bedrucktes T-Shirt. Die Künstlerin möchte Grenzen aufzeigen und eine Analogie des Hauses zum Körper darstellen. Beeindruckend sind auch die kleinen, aus einem Block geschnitzten Menschlein mit Hausköpfen, die trotz der grossen Masse auf kleinster Fläche stehen können. Die Rauminstallation «Physische Notiz» ist eine verbundene, stille Welt, die weit mehr beinhaltet als man auf den ersten Blick vermuten mag.

Feinsinnige Zeichnungen und modellhafte Skulpturen

Die 1964 in Flawil geborene Künstlerin Birgit Widmer lebt und arbeitet seit 1991 in Gais, im Appenzellerland. Sie ist bekannt für ihre feinsinnigen Zeichnungen und modellhaften Skulpturen, die sie zu Installationen zusammenstellt. Ihre Arbeiten befassen sich mit der Grenze zwischen Natur und Kultur. Nach dem Besuch der Schule für Gestaltung in St.Gallen arbeitete Birgit Widmer in einem Atelier in Bühler. Es folgten längere Aufenthalte in Finnland und Rom als Artist in Residence. 1992 erhielt sie den Förder- und Werkbeitrag des Amtes für Kultur AR und 2013 das Kulturstipendium der SYS, Helsinki. Für vier Jahre war Birgit Widmer im Vorstand der Visarte Ost und einige Zeit im St.Galler Projektraum Nextex tätig. Momen­- tan arbeitet sie im Zeughaus Teufen. (pd)

Hinweis

Öffnungszeiten der Ausstellung im Stellwerk, Heerbrugg: Freitag, 23.Oktober, Vernissage um 19 Uhr; Samstag, 24. Oktober, und Sonntag, 25. Oktober, 14–18 Uhr; Freitag, 30. Oktober, 18–20 Uhr; Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November, 14–18 Uhr.