Ratspräsidium auf Schulreise

Der Altenrheiner Fischer Roger Welti bot den Kantonsparlamentariern im Ortsmuseum Thal einen Einblick in die Berufsfischerei am Bodensee.

Rudolf Hirtl
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Berufsfischer Roger Welti (rechts) informiert die Parlamentarier über die Fischvorkommen im Bodensee. (Bild: Rudolf Hirtl)

Berufsfischer Roger Welti (rechts) informiert die Parlamentarier über die Fischvorkommen im Bodensee. (Bild: Rudolf Hirtl)

THAL. Im Anschluss an die Vorbereitungssitzung für die Session unternimmt das Kantonsratspräsidium jeweils ein Schulreisli. Ähnlich demjenigen des Bundesrates, nur kürzer und mit weniger medialer Aufmerksamkeit. Dieses Mal besuchten die Politiker unter der Führung von Kantonsratspräsident Felix Bischofberger das Ortsmuseum in Thal.

Schwerer Stand

In Zusammenarbeit mit den Familien Baumgartner, Dudler, Görtz und Welti wurde dort im Alten Oechsli eine Ausstellung geschaffen, die dem Thema Bodensee-Fischerei einst und heute gewidmet ist. Den Besuch der Ausstellung mit seinen Amtskollegen bezeichnete der Altenrheiner Felix Bischofberger denn auch als ausgezeichnete Möglichkeit, um auf einen Berufsstand aufmerksam zu machen, der heute einen schweren Stand hat. Die Ausführungen von Roger Welti bestätigten diese Einschätzung des Kantonsratspräsidenten. Im ertragreichen Jahr 1986 hatten die Fischer rund um den See Fänge von 1800 Tonnen in ihren Netzen. Dann gingen sie im heute zu sauberen Gewässer auf 708 Tonnen zurück. Dieses Jahr werden es nicht mehr ganz 600 Tonnen sein.

Überalterung droht

Wenig überraschend führen diese schlechten Aussichten zu einer Überalterung bei den heute noch 140 Berufsfischern am Bodensee. Von den 14 Fischern am St. Galler und 29 Fischern am Thurgauer Ufer ist bereits mehr als die Hälfte pensioniert; der Rest bewegt sich im Alter zwischen 42 und 55 Jahren. Ausnahme ist ein einziger Jungfischer mit 20 Jahren.