Ratlos auf der Aegeten

FUSSBALL. Im ersten Heimspiel ohne Misko Rankovic fuhr der FC Widnau in einer trotz des Ergebnisses ausgeglichenen Partie eine 0:3-Niederlage gegen den FC Frauenfeld ein.

Gerhard Huber
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Vor dem Spiel wurde Misko Rankovic (Mitte) offiziell verabschiedet. Die drei Vizepräsidenten Yanik Sigrist, Christian Häle und Mike Leuenberger sowie Sportchef Markus Hutter (von links) dankten dem Langzeit-Trainer für seine Treue, seine Erfolge und sein Engagement während sechs Jahren. (Bild: Ulrike Huber)

Vor dem Spiel wurde Misko Rankovic (Mitte) offiziell verabschiedet. Die drei Vizepräsidenten Yanik Sigrist, Christian Häle und Mike Leuenberger sowie Sportchef Markus Hutter (von links) dankten dem Langzeit-Trainer für seine Treue, seine Erfolge und sein Engagement während sechs Jahren. (Bild: Ulrike Huber)

Erstmals seit sechs Jahren mussten die Aegeten-Kicker ohne ihren langjährigen Übungsleiter Miroljub «Misko» Rankovic zu Hause antreten. Und nach den letzten acht Spielen mit sieben Niederlagen hatten die Interimstrainer Patrick «Sala» Frei und Daniel Vogt als Ziel natürlich einen Sieg vorgegeben. Der FC Frauenfeld hatte nach einem schlechten Saisonstart zuletzt mit vier Siegen und einem Unentschieden reüssiert und sich in das vordere Tabellendrittel vorgearbeitet.

Stabile Abwehr

Das Spiel wurde mit einem 30-Meter-Hammer von Bujar Thaqi eröffnet, der von Gäste-Keeper Wehrli nur mit viel Mühe über die Latte abgelenkt werden konnte. Nachdem in der achten Minute Widnaus Tormann Kevin Jung sich perfekt in den Ball des heranstürmenden Musaj geworfen hatte, durfte man von einer wiedererstarkten Mannschaft ausgehen. Was sich darin bestätigte, dass der FCW aus einer gut organisierten, stabilen Abwehr heraus spielte und ein ums andere Mal zum früher oft und gut zelebrierten Kurzpassspiel zurückfand. Man sah und spürte die spielerische Klasse, die eigentlich in diesem Team steckt.

Spiel auf Augenhöhe

Frauenfeld erwies sich dabei als Gegner auf Augenhöhe, so dass sich eine Partie auf gutem Liga-Niveau entwickelte. Ein Spiel, in dem Widnau den ganzen Match hindurch mehr Chancen kreieren konnte, während die Gäste mit Fortdauer des Spiels immer mehr aus Kontern gefährlich waren. Der Dämpfer für die Gastgeber kam in der 37. Minute, im Gegenzug nach einer tollen Chance durch einen Freistoss von Bujar Thaqi und einem verzogenen Nachschuss von Diego Liechti. Die Gäste aus dem Thurgau kombinierten sich durch die Aegeten-Defensive, spielten Estermann ideal frei, der wiederum den Ball unhaltbar zum 0:1 versenkte.

Mangelnde Torausbeute

Der Rest der ersten und das Spielgeschehen der zweiten Halbzeit zeigten das gleich Bild: Eine gute Widnau-Elf, die sich mit Frauenfeld einen ausgeglichenen Match lieferte. Wenn sich die Weiss-Blauen an diesem Tag irgendetwas vorwerfen konnten, dann war es die mangelnde Torausbeute. Denn ob Bärlocher, Abdoski – ja sogar Innenverteidiger Lüchinger –, die zahlreichen Schüsse und Kopfbälle pfiffen allesamt am Gehäuse von Wehrli vorbei. Die Aegeten-Kicker wollten unbedingt den Ausgleich und entblössten immer mehr die Abwehr. Was sich in der 82. Minute rächte, als Musaj nach einem Frauenfeld-Konter völlig alleine vor Jung zum Schuss und zum Torerfolg kam. Die endgültige Entscheidung dann zwei Minuten vor Schluss, als eine Flanke durch den Thurgauer Estermann vollkommen verunglückte, zum Torschuss mutierte und sich hinter Widnau-Keeper Jung zum 0:3-Endstand ins Netz senkte.

Der FC Widnau hatte viel Aufwand betrieben, der sich leider wieder einmal nicht bezahlt gemacht hat. Auf der Aegeten sind wohl alle – vom Vorstand über den Trainerstaff bis zu den Spielern – froh, dass diese verunglückte Herbstsaison beinahe vorbei ist und nur noch ein Cupspiel beim FC Uzwil bevorsteht. Wenigstens muss man nicht in der Abstiegszone überwintern, auch wenn der Abstand zur roten Laterne nur zwei Punkte beträgt.