Radweg genügend oder nicht?

REBSTEIN. Am Infoabend vom Mittwoch wurden die zwei kommunalen Vorlagen Radweg-Initiative und Progy-Erweiterung diskutiert, welche am 14. Juni an die Urne kommen.

Maya Seiler
Drucken
Teilen
Die Initianten des Projekts «Sicherer Fuss- und Radweg» (v. l.) Damian Herrsche, Elsbeth Rubin und Otto Mattle vor den Bauplänen. (Bild: Maya Seiler)

Die Initianten des Projekts «Sicherer Fuss- und Radweg» (v. l.) Damian Herrsche, Elsbeth Rubin und Otto Mattle vor den Bauplänen. (Bild: Maya Seiler)

REBSTEIN. Der Gemeinderat empfiehlt, dem Progy-Projekt zuzustimmen, die Initiative dagegen abzulehnen.

Auf mehrfachen Wunsch hat die Gemeinde bereits 2012/13 eine Verbindung zwischen dem Radweg im Siedlungsgebiet südlich der Staatsstrasse Balgach/Rebstein/Marbach und der Veloroute entlang der Rietach – beides kantonale Radwege – realisiert. An einer Gemeindeversammlung kam von Elsbeth Rubin der Vorschlag, diese Radverbindung auf der Rietstrasse bis zum Bahnübergang beim Fussballplatz fortzusetzen. Daraus formierte sich ein Initiativkomitee «Sicherer Fuss- und Radweg», dem neben der Antragstellerin auch Damian Herrsche und Otto Mattle angehören. Im Sommer 2013 reichten sie die Initiative mit 293 gültigen Unterschriften ein. Diese forderte den Gemeinderat auf, innert zwei Jahren ein Gutachten mit Projekt und Kostenvoranschlag zu einer Verbindung zwischen der Sackstrasse und dem Bahnübergang vorzulegen. Die Kommunalbehörde entschloss sich, ein spruchreifes Projekt für den Abstimmungstermin 14. Juni 2015 vorzubereiten. Sie informierte die Stimmbürger, empfahl aber das Projekt aus Kostengründen gleichzeitig zur Ablehnung.

Genügend oder ungenügend?

Gemeindepräsident Andreas Eggenberger vertrat die Ansicht, das Anliegen sei mit der Erneuerung der Veloroute entlang des kurvenreichen Teils der Rietstrasse und der Fortsetzung über die Sack- und die Feldstrasse ins Dorfzentrum umgesetzt. Der Kanton hat eine Mitfinanzierung einer direkten Streckenführung abgelehnt; die Kosten von fast einer Million Franken müssten von der Gemeinde selber getragen werden.

Die Initianten, vor allem Elsbeth Rubin alias Frau Radweg, machten sich in eindringlichen Voten für eine sichere Lösung für die schwächsten Verkehrsteilnehmer stark, neben den Velofahrern auch Fussgänger wie Mütter mit Kinderwagen. Gerade kommende Pfingsten sei der «Chüngeler» (Vereinshaus Ornithologischer Verein) an der Rietstrasse wegen der Jungtierschau wieder das Ziel zahlreicher Familien. Otto Mattle wies auch darauf hin, dass mit dem Radwegbau verschiedene andere Probleme wie die fehlende Entwässerung der Rietstrasse, die Verlegung von Parkplätzen mit einer gefährlichen Ausfahrt oder eine Temporeduktion durch die geplante Mittelinsel beim Ortsbeginn realisiert werden könnten.

Wenig Voten kontra Progy

Durch ihre Teilnahme in Vereinskleidung zeigten Mitglieder der örtlichen Vereine ihr Interesse an der geplanten Sanierung und Erweiterung des heutigen Progys. Der Wunsch nach einer neuen Dreifachturnhalle ist für Rebstein finanziell nicht verkraftbar. Die meisten Anwesenden sahen das vorgestellte Projekt mit einem grossen, unterteilbaren Raum mit funktionellem Hallenboden als vertretbare Alternative an. Ein einziger Votant bezweifelte, das Bauvorhaben bringe dem Dorf einen Standortvorteil. Nur die Reduktion des Steuerfusses erachtete er als positiv. Alle anderen Wortmeldungen schlossen sich der Meinung des Gemeinderates an, der zehn gute Gründe für die Investition von viereinhalb Millionen Franken zur Erweiterung der Progy-Anlage aufzählte: zeitgemässe Rahmenbedingungen Schule, kulturelles und sportliches Leben, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, Sanierung der in die Jahre gekommen Anlage. Der Gemeindepräsident empfiehlt darum ein Ja.

Aktuelle Nachrichten