Radikale Rodung für A1-Sanierung

REGION. Bei den Autobahneinfahrten Buriet und St. Margrethen wurden in den vergangenen Wochen Hunderte Bäume und viel Buschwerk entfernt. Obwohl die Sanierung überraschend abgesagt wurde, soll die Arbeit nicht umsonst gewesen sein.

Patrick Baumann
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Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Autobahnteilstücks zwischen Rheineck und St. Margrethen wurden die Bäume bei der Ausfahrt Buriet entfernt. (Bild: Hardy Buob)

Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Autobahnteilstücks zwischen Rheineck und St. Margrethen wurden die Bäume bei der Ausfahrt Buriet entfernt. (Bild: Hardy Buob)

Verkehrsteilnehmern bietet sich bei den Autobahneinfahrten Buriet und St. Margrethen ein ungewohnter Anblick. Die einst dicht mit Bäumen und Buschwerk bewachsenen Flächen nahe der A1 wurden radikal gerodet. «Die Rodung wurde im Auftrag des Bundesamts für Strassen (Astra) durchgeführt», sagt Rafael Kurer, Leiter des Werkhofs in Thal. Sie war Bestandteil der Vorbereitungsarbeiten für die geplante Sanierung des 8,3 Kilometer langen Autobahnteilstücks zwischen Rheineck und St. Margrethen. Für den geplanten Baustart im Januar 2016 wurden auch Nothaltebuchten und Notzufahrten gebaut. Vor einer Woche hat das Astra das Projekt wegen nicht zur Verfügung stehender finanzieller Mittel verschoben.

Flächen werden freigehalten

Laut Christian Schwarz, Teilhaber der Niederegger AG, sollen auf den gerodeten Flächen Installationsplätze für die Baufirmen entstehen. Nach der Sanierung soll wieder aufgeforstet werden. Das geschlagene Holz wurde grösstenteils abtransportiert. «Ein Teil wird der Holzschnitzelverbrennungsanlage in Buriet zugeführt», sagt Rafael Kurer. Damit werden Gebäude in der Umgebung beheizt. «Die gerodeten Flächen müssen freigehalten werden, bis die Bauarbeiten beginnen. Wir wissen aber noch nicht, wann es losgeht», sagt Kurer weiter.

Konsequenzen für Baufirmen

Wie es mit der Sanierung weitergeht, weiss man zum jetzigen Zeitpunkt auch bei den ausführenden Baufirmen nicht. «Wir treffen uns am Freitag mit Vertretern des Bundesamtes», sagt Jan-Thilo Hippmann, der Leiter der Tiefbauabteilung der Gautschi AG in St. Margrethen. Dem Bundesamt für Strassen sei insofern kein Vorwurf zu machen, als dass es auch nur ein bestimmtes Budget von der Politik zugesprochen bekomme. «Wird dieses gekürzt, muss das Astra entscheiden, welche Projekte wann durchgeführt werden», so Hippmann. «Für uns ist das Astra ein grosser Arbeitgeber, mit dem wir immer gute Erfahrungen gemacht haben und auch in Zukunft gerne zusammenarbeiten möchten. Einzig die Kurzfristigkeit der Verschiebung stört mich. Wir haben während der geplanten Bauzeit nicht für andere Projekte offeriert, da wir davon ausgegangen sind, dass unsere Mittel in diesem Projekt gebunden sein werden», sagt Hippmann. «Für einen Ausfall in dieser Grössenordnung hält niemand einen Notfallplan bereit.» Man versuche jetzt, kurzfristig andere Aufträge einzuholen, Kurzarbeit wolle man nur im äussersten Notfall einführen.

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