RAD-/LAUFSPORT: Schweiz von unten nach oben

Lukas Wiget vom Rheintaler Team Cha Cha Cycling und Partner Fabian Moser gehen an Auffahrt ein Wagnis ein.

Marcel Fürer
Drucken
Teilen
Lukas Wiget: Von Ascona auf die Dufourspitze. (Bild: pd)

Lukas Wiget: Von Ascona auf die Dufourspitze. (Bild: pd)

Es sind bereits einige an diesem Vorhaben gescheitert. Nun wollen die letztjährigen Bezwinger nochmals antreten, dieses Mal mit noch grösseren Ambitionen. Die Rede ist von dem herausfordernden, nicht ganz ungefähr­lichen Ansinnen, die Schweiz vom tiefsten zum höchsten Punkt zu durchqueren – und das so schnell wie möglich.

In Ascona, dem tiefsten Punkt der Schweiz, inmitten von Palmen, umweht mit einem warmen Lüftchen geht die Radstrecke über Biasca, das Valle Leventina hinauf nach Airolo. Wiget und Moser werden bereits dort spüren, dass es kälter wird.

Nach 2300 folgen zweimal so viele Höhenmeter

Nach Airolo folgt der Nufenenpass. Er liegt auf 2478 m ü. M. und ist damit die höchstgelegene Passstrasse, die komplett in der Schweiz liegt. Zwischen Airolo und der Passhöhe liegen anstrengende 1300 Höhenmeter mit dem Rennrad. Bereits das ist eine grosse Herausforderung. Wenn die beiden auf der Passhöhe bereits über 2300 Höhenmeter geschafft haben, ist das erst ein Drittel ihres Vorhabens.

Nach der Passhöhe geht es rasant hinunter nach Ulrichen. Von dort geht es das Obergoms hinunter bis nach Visp. Die Beine werden von den 166 Kilometern auf dem Velo bereits etwas schwer sein.

Jetzt folgt der letzte Aufstieg mit dem Rennvelo. Von Visp nach Zermatt. Auf den 30 letzten Velo-Kilometern sind nochmals knapp 1000 Höhenmeter zu bewältigen. In Zermatt angekommen, liegen 202 km und annähernd 4000 Höhenmeter hinter Wiget und Moser. Das ist, als würde man 22 Mal das höchste Gebäude der Schweiz, den Roche-Turm in Basel (178 m), besteigen.

Die zwei Sportler haben danach aber nicht Erholung im Sinn: Schuhe wechseln und weiter geht’s. Schliesslich ist so wenig Zeit wie möglich zu verlieren, um die nächsten, fast schon unglaublichen, über 3000 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. In den Bergschuhen geht es über die Monte-Rosa-Hütte hinauf ins hochalpine Gelände mit dem Ziel Dufourspitze (4634 Meter über Meer).

Die Dufourspitze thront als höchster Berg im Monte-Rosa-Massiv. Nach dem Mont Blanc der zweithöchste Gipfel der Alpen, doch seine Anstiege sind deutlich schwerer und länger als diejenigen auf den höchsten Berg Europas. Auf dem Gipfel angekommen, bietet sich eine Aussicht wie aus einem Flugzeug. Der Wind bläst eisig um die Ohren, das laue Lüftchen von Ascona scheint ewig weit weg. Das Ziel ist erreicht.

«Cha Cha» chattet live auf seiner Facebook-Seite

Das Cha-Cha-Cycling-Team ist sehr gespannt, wie schnell diese Route absolviert werden kann. Für diese Herausforderung ist gutes Wetter eine Voraussetzung, da ansonsten die Besteigung der Dufourspitze nicht möglich ist.

Wer diese Challenge mitverfolgen möchte, kann sich auf der Facebook-Seite des Cha-Cha-Cycling-Teams auf dem Laufenden halten.

Marcel Fürer

Aktuelle Nachrichten