Quartierschule mit vielfältigem Angebot

Kürzlich stellten die Sozialen Dienste Oberriet das Integrationsprojekt Gleis 1 der Gemeinden Oberriet und Rüthi an einem Tag der offenen Türe vor.

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Elvira Büchel und Angelo Bont informieren die Besucher über das Projekt Gleis 1. (Bild: wk)

Elvira Büchel und Angelo Bont informieren die Besucher über das Projekt Gleis 1. (Bild: wk)

Ein belebter Bahnhof erwartete die zahlreichen Besucher. Die Sitzbänke in der ehemaligen Schalterhalle waren voll besetzt mit Erwachsenen und Kindern aus der Region sowie verschiedener Nationen. Im früheren Bahnbüro legten fleissige Hände verlockende Köstlichkeiten auf Servierplatten. Aus den diversen Ländern wurden nämlich kleine Snacks und Getränke offeriert – ein freundliches Kennenlernen und Gemütlichkeit machte sich im Raum breit. Im ehemaligen Warteraum fand eine Landkarte grosse Aufmerksamkeit, worauf die einzelnen betroffenen Länder angezeigt waren. Kleinkinder waren am Zeichnen und Spielen oder betrachteten mit grossen Augen das emsige Geschehen.

Bahnhofgebäude eignet sich hervorragend

Als Vertreterin der Gemeinde Oberriet brachte Elvira Büchel ihre Freude zum Ausdruck, dass die Einladung zum Tag der offenen Tür auf derart grosses Interesse gestossen ist. Sie informierte über den Aufbau des Integrationsprojektes Gleis 1, welches die Sozialen Dienste im Auftrag des Gemeinderates und der Integrationsstelle Rebstein ins Leben gerufen haben. Mit dem Bahnhofgebäude habe eine sehr geeignete Liegenschaft gefunden werden können. Ebenfalls habe der Gemeinderat mit einer Aufstockung der Stellenprozente auf diesen Mehraufwand reagiert.

Elvira Büchel erläuterte die Zielsetzungen. Zugezogene Menschen aus anderen Ländern, mit anderen Kulturen, sollen sich besser zurechtfinden in der Schweiz mittels Sprachkursen. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Schulverwaltung konnten genügend Lehrkräfte gefunden werden. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag sowie mit viel Ehrenamt engagieren sich momentan dreizehn Personen an diesem Projekt. Im Namen des Gemeinderates bedankte sich Elvira Büchel für dieses Engagement.

Deutsch, Staatskunde, Bewegung und Café

Der Leiter der Sozialen Dienste, Angelo Bont, würdigte das Bahnhofgebäude mit einem Rückblick auf vergangene Zeiten. Es habe einen Symbolcharakter, meinte Bont. «Früher herrschte hier ein reger Arbeits- oder Schulverkehr. Ebenso traten hier manche Leute eine weite Reise an, um in ein fernes Land auszuwandern», führte er aus. In einer späteren Phase sei der Bahnhof in einen Dornröschenschlaf geraten; Zugsverbindungen wurden eingestellt.

Umso mehr freue er sich, dass das Gebäude wieder dank dieses Projektes eine Neubelebung erfahre. In diesem Sinne informierte Bont über das vielfältige Angebot der Quartierschule. Momentan werden Deutschkurse erteilt, in einem Lernatelier werden Land und Sitten nähergebracht und zweimal im Monat finden Bewegungsnachmittage statt, wobei die Natur und schöne Orte der Gemeinde zusammen erkundet werden. Jeweils an den letzten Dienstagnachmittagen eines Monats (ab 28. Mai) wird im Begegnungskafi Gleis 1 zum gemütlichen Beisammensein eingeladen. Der Austausch bei einem Gratisgetränk und etwas Süssem kann dann gepflegt werden. Zudem steht ein Bücherschrank mit Büchern und Spielen zum Ausleihen zur Verfügung. Abschliessend gab Angelo Bont zu bedenken, dass das Integrationsprojekt Gleis 1 der Gemeinden Oberriet und Rüthi nur durch die gute Zusammenarbeit mit den entsprechenden Behörden sowie den verschiedenen Helfern möglich ist. (wk)