Qualität und Vielfalt zeigen

Zum zweiten Mal verwirklichte der Kulturverein Widnau eine Gruppenausstellung mit Werken von Kunstschaffenden der Region. Die Gemälde und Skulpturen stehen in spannungsvollem Gegensatz zu den CNC-Maschinen der Firma Rima.

Maya Seiler
Drucken
Teilen
Zur Vernissage sind zahlreiche Besucher erschienen, die sich für das Schaffen des Kulturvereins und der Künstler interessieren.

Zur Vernissage sind zahlreiche Besucher erschienen, die sich für das Schaffen des Kulturvereins und der Künstler interessieren.

WIDNAU. Bereits die erste Ausstellung «Kunstschaffen im Rheintal» 2006 in der alten Beldona-Fabrik spielte mit der Spannung zwischen Kunst und Industrie-Umgebung. Für die zweite Auflage ist es dem Kulturverein Widnau gelungen, einen ganz besonderen Ausstellungsort zu finden. Grosszügig stellt Bruno Rieser von der Rima AG die Räume seiner Firma für drei Wochen als Kunstgalerie zur Verfügung.

An Stellwänden zwischen CNC-Werkzeugmaschinen aufgehängt und aufgestellt, erzeugt die Vielfalt der Kunstwerke eine frappante Wirkung. Das heimische Kunstpublikum kam in Scharen, 120 Personen besuchten gestern Abend die Vernissage, die von der Band Mia & the Soho Club mit Jazzmusik umrahmt wurde.

Regional breit abgestützt

Urs Spirig, Präsident des Kulturvereins, betonte in seiner Begrüssung, dass es den Verantwortlichen um eine möglichst breit angelegte Auswahl regionalen Schaffens gehe. Von Eichberg bis Rheineck, von Dornbirn bis Berneck kommen die Künstlerinnen und Künstler, die an diesem und an den nächsten beiden Wochenenden in der Rima AG zu sehen sind.

Spannender Rundgang

Die Vielfalt bietet einen spannenden Rundgang: Kraftvolle Momente aus dem Alltag zeigen die Acryl- und Ölbilder von Elif Kleber aus Berneck, bunte oder ganz in Weiss gehaltene Labyrinth-artige Reliefs hat Roswitha Buhmann aus Lustenau geschaffen. Martin Herrsche aus Eichberg zeigt traumhafte Landschaftsfotografien; André Champiomont aus Kriessern erreicht mit Bildern in Schwarz-Weiss eine bedrückende Ausstrahlung. Ebenfalls schwarz auf weiss sind die geheimnisvollen Linoldrucke von Peter Langebner aus Dornbirn. Eleonore Hofmanns Acrylbilder überraschen durch Collagen mit Naturmaterialien; «Winter im Städtli Rheineck» zeigt, woher sie kommt. An japanische Miniaturen erinnern die detailreichen Tuschzeichnungen der Diepoldsauerin Louise Isbjörn.

Skulpturen und Collagen

Metall-Skulpturen zweier unterschiedlicher Künstler zeigen grosses Können: Emele Hansruedi Hären mit eckig-kraftvollen Figuren, hergestellt durch Wachsausschmelzverfahren; Ursula Cristuzzi aus Widnau mit tanzenden Bronzeguss-Statuetten. Cristuzzi ist ausserdem mit Bildern und zwei abstrakten Bildhauerarbeiten vertreten. Die Widnauerin Karin Schelling hat collageartige Bilder geschaffen, die Pin-up-Fotos mit Acrylmalerei verbinden. Die Fotocollagen von Pele Mathys aus Rebstein erzählen comic-artig unterschiedliche Geschichten.

Die schwarzen Keramikobjekte von Ursula Federli-Frick aus Altstätten verführen mit dem Wechsel von matten zu polierten Oberflächen zum Anfassen. Einzigartig sind die farbigen Glasobjekte von Köba Sieber aus Diepoldsau, die in Fusing-Technik bei grosser Hitze verschmolzen werden.

Die Ausstellung ist bis 12. September jeweils samstags, 14 bis 18 Uhr, und sonntags, 10 bis 16 Uhr, geöffnet.

Im Hintergrund befinden sich Industriemaschinen.

Im Hintergrund befinden sich Industriemaschinen.

Spielten an der Vernissage: Mia & the Soho Club. (Bilder: Maya Seiler)

Spielten an der Vernissage: Mia & the Soho Club. (Bilder: Maya Seiler)