Psychisch Kranker störte Kindergruppe

ALTENRHEIN. Während einer FerienSpass-Aktion auf dem Flugplatz in Altenrhein wurde diese Woche ein Mann abgeführt. Laut Kantonspolizei bestand keine unmittelbare Gefahr – jedoch ein gewisses Risiko.

Maya Schmid-Egert
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Der geistig verwirrte Mann hatte Hausverbot im People's Business-Airport St. Gallen-Altenrhein. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Der geistig verwirrte Mann hatte Hausverbot im People's Business-Airport St. Gallen-Altenrhein. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Altenrhein. Die rund 25 Kinder besichtigten am Dienstagmorgen den People's Business-Airport St. Gallen-Altenrhein, als es zum Zwischenfall kam. Bei dem Mann handelt es sich gemäss Polizei um einen in Rorschacherberg untergebrachten Asylanten (Status F, also vorläufig aufgenommen). Laut Geschäftsführer Armin Unternährer taucht der geistig verwirrte Mann seit eineinhalb Jahren mehr oder weniger regelmässig auf. Anfangs sei er ruhig auf einem Stuhl mit einem Kaffee in der Hand dagesessen und habe erzählt, dass er zurück in seine Heimat Eritrea fliegen wolle.

Hausverbot erteilt

Mittlerweile spreche der Mann «Mann und Maus» an, was im Kundenbereich selbstverständlich unzumutbar sei. Weil aufgrund der geistigen Verwirrtheit ein gewisses Sicherheitsrisiko bestehe, sei ein Hausverbot ausgesprochen worden. «Allerdings», betont Armin Unternährer, «ist dieser Mann im Grunde völlig harmlos.» Am Dienstag wurden die FerienSpass-Kinder Zeuge, wie der Mann erneut abgeführt wurde. Während einer Pause befanden sie sich auf dem Spielplatz, als der Eritreer sich hinter einem Zaun der Kindergruppe näherte. «Nicht alle Kinder bekamen etwas davon mit», erklärt die Pro-Juventute-Verantwortliche Christa Eichmann, die die Aktion nicht selber leitete, über den Zwischenfall aber informiert wurde. Die Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren seien vor Ort dahingehend informiert worden, dass keine Gefahr bestehe und die Polizei eingeschaltet worden sei.

Dieser Fall zeige die grosse Verantwortung der Organisatoren – Christa Eichmann dazu: «So etwas ist ja nicht voraussehbar.» Umso wichtiger sei es, dass erfahrene Leiter eingesetzt würden, die zu reagieren wüssten. Auch bestehe ein verbindlicher Verhaltenskodex, der gewisse Situationen regle.

Der Polizei bekannt

Die Polizei kennt den Mann. Dieser Fall habe schon viele Stunden gekostet, heisst es dort. Das rasche Vorgehen der Flughafenleitung bezeichnet Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi als «angemessen». Bei Menschen mit psychischen Störungen sei nicht abschätzbar, was als Nächstes passiert: «Wenn jemand durchdreht, kann plötzlich Gefahr entstehen.» Die Kantonspolizei habe sehr häufig mit Menschen mit psychischen Problemen zu tun und verfüge darum über Erfahrung: «In unserer 24-Stunden-Gesellschaft sind wir oft mit Randständigen konfrontiert.» Der Eritreer ist nicht zuletzt aufgrund des geschilderten Ereignisses dem Amtsarzt zugewiesen worden. Dieser hat ihn in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.