«Prüfe alles – das Gute behalte»

WIDNAU. Sie befänden sich immer noch in der Findungsphase, sagte Käthi Witschi, Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirchenvorsteherschaft Diepoldsau-Widnau-Kriessern, über die Arbeit des Gremiums in den letzten Monaten.

Andrea Plüss
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Neue Pfarrherren: Andreas Brändle (l.) trat am 1. Februar seinen Dienst als Pfarrer in Diepoldsau an. Stephan Gleim wird für zwei Jahre als Pfarrer in Widnau angestellt. (Bild: acp)

Neue Pfarrherren: Andreas Brändle (l.) trat am 1. Februar seinen Dienst als Pfarrer in Diepoldsau an. Stephan Gleim wird für zwei Jahre als Pfarrer in Widnau angestellt. (Bild: acp)

Anlässlich der Vorversammlung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Diepoldsau-Widnau-Kriessern vom Donnerstag, liess Präsidentin Käthi Witschi die Zeit seit ihrem Amtsantritt noch einmal Revue passieren. «Ich habe mich gut eingelebt», versicherte Witschi, die vor vier Monaten gewählt worden war.

Die weiteren Personalwechsel in Vorsteherschaft und GPK sowie die neuen Pfarrherren bedeuteten einen «massiven Umbruch». Das neue Team müsse sich erst noch finden. Vertiefte Sachdiskussionen seien noch nicht möglich gewesen, so die Präsidentin.

«Es gilt, den Überblick zu behalten.» Für die nächste Zeit verwies sie auf den Spruch von Apostel Paulus: «Prüfe alles, das Gute behalte.»

Neue Pfarrherren vorgestellt

Bereits am 1. Februar hat Pfarrer Andreas Brändle die Pfarrstelle in Diepoldsau angetreten. Er sei der Wunschkandidat der Kirchenvorsteherschaft (KiVo) gewesen, so Witschi.

Bedauerlicherweise hatte man vergessen, die Pfarrwahl als Traktandum bei der letzten Kirchbürgerversammlung aufzuführen, so dass Brändle nun erst am Sonntag den Kirchbürgern zur Wahl empfohlen wird.

«Die demokratischen Regeln sind ausgehebelt worden», so die Präsidentin. Sie hoffe dennoch auf Verständnis und Zustimmung der Kirchbürger. Der 45-jährige Brändle ist mit Frau und zwei Kindern ins Diepoldsauer Pfarrhaus gezogen. Zuletzt hatte er zehn Jahre als Pfarrer in Niederwenigen (ZH) gewirkt.

Neuer Pfarrer «auf Probe» wird in Widnau der Deutsche Stephan Gleim. Er konnte nicht zuletzt mit seiner Gastpredigt am 21. Februar die KiVo von seiner Eignung für die Pfarrstelle in Widnau überzeugen.

Da Gleim nicht der Schweizer Landeskirche angehört, kann er nicht unmittelbar gewählt werden, sondern wurde auf zwei Jahre angestellt. In dieser Zeit werden Dekan, KiVo und Kirchbürger seine Arbeit einschätzen. Danach stünde – sofern keine Unstimmigkeiten auftreten – einer Wahl nichts mehr im Weg.

Der 33-jährige Gleim kommt aus Wetzlar und zieht mit seiner Ehefrau, die gerade ihr Theologieexamen bestanden hat, und seinem Sohn nach Widnau.

Als Nachfolger von René Weder als GPK-Präsident konnte Karl Knecht gewonnen werden, der sich seinerseits aus der KiVo zurückzieht. Martina Gubler wird für den Platz von Dani Rusch in der Synode vorgeschlagen. Christine Hämmerle und Esther Spirig stellen sich als neue Stimmenzählerinnen zur Wahl.

Mit dem Mesmer-Ehepaar Barbara und Hansruedi Kuster konnte eine Vertragsverlängerung von drei Jahren vereinbart werden.

Finanzielles

Die Kirchengemeinde erbte im letzten Jahr eine Million Franken von Anna Kuster-Krieg, wovon 200 000 Franken für die Renovation der Kapelle in Widnau bezogen werden sollen. Der Restbetrag wird für bauliche Investitionen zurückgestellt, so Kassier Lukas Kuster. Mit 1,195 Mio. Franken liegt der Voranschlag 2010 etwas tiefer als im Vorjahr.

Es wird mit einem Rückschlag von 176 500 Franken gerechnet. Bei den Steuereinnahmen geht man von Mindereinnahmen in der Grössenordnung von vier bis sechs Prozent aus. Für 2011 zieht die KiVo eine Steuererhöhung von drei Prozent in Erwägung.

Die Ordentliche Kirchgemeindeversammlung ist morgen Sonntag, 21. März, 10.30 Uhr, in der evang. Kirche Diepoldsau.

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