Promille-Fahrt auf Facebook

Sarah Bösch trägt das Herz auf der Zunge. Oder eher die Leber: Auf Facebook berichtete die Wiler SVP-Politikerin am Sonntagabend ausführlich über eine Promille-Fahrt, die auf dem Polizeiposten endete.

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Sarah Bösch trägt das Herz auf der Zunge. Oder eher die Leber: Auf Facebook berichtete die Wiler SVP-Politikerin am Sonntagabend ausführlich über eine Promille-Fahrt, die auf dem Polizeiposten endete.

«Krasse Bürokratie»

«Wegen 0,++ (wahrscheinlich über 0,5 Promille) muss ich ins Spital Blut abnehmen. Ich fühle mich munter, frisch, spüre null Promille», schreibt die Stadtparlamentarierin in volksnahem Social-Media-Deutsch. Und weiter: «Ballerina-Übungen, Einbein-Übungen alles super! Werde von SG-Polizisten begleitet wie ein Sträfling. Unglaublich, bin geschockt! Krasse Bürokratie.» Den Eintrag publik gemacht hat das Nachrichtenportal watson.ch. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Bösch auf Facebook zur Polizei äussert.

«Moderate Hardlinerin»

Im September 2013 schrieb sie giftig: «Kann mir jemand mal bitte sagen, warum Politessen unglaublich hässlich im Charakter sind und oft auch das Äussere übereinstimmt? Wurde beinahe Wahnsinn!!» Immerhin korrigierte sie den Eintrag gleich selber – nicht sprachlich, aber inhaltlich: «Soeben fuhr ich an zwei Politessen vorbei in SG und war erstaunt über die minimale Attraktivität der beiden.» Inzwischen hat Bösch den Eintrag zur Blaufahrt wieder gelöscht. Das ist eher überraschend. Denn sonst nimmt die 33-Jährige, die sich selber als «moderate Hardlinerin» bezeichnet, kein Blatt vor den Mund. Und nimmt es mit ihren Aussagen nicht so genau. Auch wenn es die eigene Partei betrifft. Zur «Wiler Zeitung» sagte sie kürzlich: «Warum ich in der SVP bin und nicht in der SP? Das lässt sich in einem Satz sagen: S für sozial, V für volksnah, P für Parteiprogramm.» Bösch ist übrigens auch Mitglied der Bildungskommission der SVP Schweiz. Die Partei wird ihre Gründe haben. (ar)

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