Projekttag
Ans Thema Rassismus und Diskriminierung herangetastet: So erlebten Altstätter Schülerinnen und Schüler den Aktionstag

Wegen Corona musste in Altstätten vieles abgesagt werden. Nicht aber die Aktionstage gegen Rassismus.

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Solche Wimpel sind nun in den Klassenzimmern aufgehängt.

Solche Wimpel sind nun in den Klassenzimmern aufgehängt.

Bild: pd

(pd) Kürzlich fand an der Primarschule ein Projekttag gegen Rassismus statt. Rund 200 Schülerinnen und Schüler der Klassen vier bis sechs haben teilgenommen. Der Projekttag gehörte zu den Aktionstagen gegen Rassismus des Kantons.

Organisatorin des Tages in Altstätten war die Fachstelle Integration Rheintal und die Jugendarbeit Oberes Rheintal, zu der die Schulsozialarbeit Altstätten zählt. «Es war ausdrücklich der Wunsch der Schule, den Projekttag durchzuführen – für die Kinder, weil sonst fast alles abgesagt werden musste. Das hat uns sehr gefreut», sagt Schulsozialarbeiter Stephan Bleisch.

In einem Workshop mit ihm, Jugendarbeiterin Sarah Gasser und den Integrationsbeauftragten Chantale Beusch und Ursula Stadlmüller, tasteten die Schüler sich kindgerecht an das Thema Rassismus und Diskriminierung heran. Es ging darum, spielerisch Bilder und Vorurteile zu entdecken und herauszufinden, wie Gruppenzugehörigkeiten gebildet werden. Mit Beispielen und eigenen Erfahrungen wurde gezeigt, wie Diskriminierung entsteht. «Die Kinder haben erzählt, wie Erwachsene sie schon genannt haben. Das hätte ich so nicht erwartet. Sie verstehen nicht, warum Rassismus noch so oft vorkommt in der Gesellschaft», sagt Sarah Gasser.

In einem zweiten Teil diskutierten alle in kleineren Gruppen mit den Schlüsselpersonen der Fachstelle Integration über das Thema. Sie durften den Gesprächspartnern in der «Living Library» alle Fragen stellen. Die Gespräche mit Thilagsi Sutheswaran, Yasmin Mohamed Sufi, Yonas Gebrehiwet, Hilal Uzdilli, Nihal Taha und Rashid Hatami waren für viele das Highlight des Tages. «Wir haben so viele gute Diskussionen gehabt», sagt Thilagsi Sutheswaran. Ihre Eindrücke hielten die Schüler auf einem Wimpel fest. Jede Klasse kann nun als Erinnerung die Wimpelkette im Klassenzimmer aufhängen.

Während der zwei Lektionen, in denen die Schüler sich mit der Jugendarbeit und im Gespräch mit Schlüsselpersonen mit Rassismus auseinandersetzen, besuchten die Lehrpersonen einen Workshop zum Lehrmittel «Verfolgt und Vertrieben» von Lehrmittelautor Urs Urech. Das Lehrmittel behandelt die Themen Rassismus, Diskriminierung und Ausschluss kindgerecht anhand des Holocaust und ist für die Mittelstufe konzipiert.