Probebohrungen für Erdsonden in Widnau durchgeführt

Auf dem Areal des neuen Alters- und Pflegezentrums finden derzeit Probebohrungen für Erdsonden statt.

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Seit Montag laufen auf dem Areal des neuen Alters- und Pflegezentrums Widnau die Probebohrungen für die Erdwärmesonden. Bild: pd

Seit Montag laufen auf dem Areal des neuen Alters- und Pflegezentrums Widnau die Probebohrungen für die Erdwärmesonden. Bild: pd

(gk) Widnau Erdsonden-Wärmepumpen werden das neue Alters- und Pflegezentrum heizen und in den Sommermonaten um einige Grade kühlen. Mit den Probebohrungen, die diese Wo-che durchgeführt werden, wird ermittelt, wie viele Bohrungen für die Erdsonden gemacht werden sollen und wie tief diese sein müssen. Der eigentliche Baustart erfolgt am 6. Januar mit dem Abbruch der alten Liegenschaft an der Zehntfeldstrasse 2. Hinter den Kulissen sind die Detailplanung und die Arbeitsvergaben für das 56,8 Millionen Franken teure Projekt in vollem Gang. Im Sommer wurden die ersten Aufträge erteilt, darunter die Aushub- und Baumeisterarbeiten, die Erdsonden-Bohrungen, Elektroinstallationen und sanitären Anlagen. Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Aufzüge und Betonelemente.

Grosse Aufträge sind europaweit auszuschreiben

Das öffentliche Vergaberecht gibt vor, mit welchen Verfahren Gemeinden Offerten einholen müssen und wie sie diese zu bewerten haben. Bei Lieferaufträgen bis 100'000 Franken sind direkte, sogenannte freihändige Vergaben möglich. Zwischen 100'000 und 250'000 Franken müssen mindestens drei Anbieter zur Offertstellung eingeladen werden, ab 250'000 Franken ist der Auftrag öffentlich auszuschreiben, und zwar gemäss den internationalen WTO-Regeln, nicht nur innerhalb der Schweiz, sondern europaweit über die elektronische Beschaffungsplattform simap.ch sowie im Amtsblatt (publikationen.sg.ch).

Beim Baunebengewerbe liegen die Schwellenwerte höher: Hier endet das freihändige Verfahren bei 150000 Franken; bis 250'000 Franken gilt das Einladungsverfahren und bei höheren Kostenschätzungen ist zwingend die offene Ausschreibung zu wählen. Beim Bauhauptgewerbe liegt die Grenze der freihändigen Vergabe bei 300'000 Franken; bis 500'000 Franken kann das Einladungs-verfahren gewählt werden, ab 500'000 Franken ist eine offene Ausschreibung nötig. Die wirtschaftlich günstigste Offerte erhält den Zuschlag. Dabei ist nicht nur der Preis entscheidend, sondern es werden auch Kriterien wie Qualität, Erfahrung, Termintreue, Garantie- und Unterhaltsleistungen, Umweltverträglichkeit oder Anzahl Ausbildungsplätze bewertet.

«Als Bauherrin ist die Gemeinde sehr daran interessiert, möglichst viele Aufträge in der Gemeinde und in der Region zu vergeben.»

Das sagt die Leiterin Liegenschaftsverwaltung, Miriam Stoffel. Doch das gehe nur, wenn örtliche und regionale Unternehmen tatsächlich die besten Offerten eingeben. «Wir müssen alle gleich behandeln und dürfen niemanden bevorzugen.» Das öffentliche Vergaberecht sei klar reglementiert. «Die Gemeinde hat alles zu unternehmen, damit die Verfahren korrekt ablaufen und rechtsbeständig sind.» Teilnehmende Unternehmen könnten die Rechtmässigkeit der Vergabe gerichtlich überprüfen lassen, was regelmässig geschehe. Deshalb werden die Offerten nicht nur von der Liegenschaftsverwaltung kontrolliert, sondern stets auch von spezialisierten Fachplanern detailliert geprüft und für die Baukommission und den Gemeinderat zum Vergabeentscheid aufbereitet.