Primitive Schnitzelbänkler

Die Rebsteiner Fasnacht, die für fasnachtsbegeisterte Leute auch heuer wieder einiges geboten hat, ist zu Ende. Geblieben ist der Ärger einiger Personen, die in Schnitzelbänken zum Teil in lustiger Form, vielfach aber weniger pointiert aufs Korn genommen wurden.

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Die Rebsteiner Fasnacht, die für fasnachtsbegeisterte Leute auch heuer wieder einiges geboten hat, ist zu Ende. Geblieben ist der Ärger einiger Personen, die in Schnitzelbänken zum Teil in lustiger Form, vielfach aber weniger pointiert aufs Korn genommen wurden.

Besonders schlimm war die Schnitzelbank der Gruppe «Orientalische Fasnacht 2011», der die ehemaligen Gemeinderäte Niklaus Wäger und Viktor Feierabend angehörten, und deren Verse klar unter die Gürtellinie zielten. Man braucht wahrhaftig ein dickes Fell, um ob der plumpen Verse, mit denen die Betroffenen aus Korn genommen worden sind, nicht aus der Haut zu fahren. Dass ich mit meinem Ärger erst so spät an die Öffentlichkeit gelange, liegt daran, dass ich von einigen meiner Gäste darauf angesprochen wurde, doch etwas zu unternehmen.

Ein Vers betrifft nämlich auch meine Person. In dem ist von einer Geiss die Rede, die schon 20 Jahre am Rande des Dorfes lebe. Ich glaube nicht, dass hier die Rede von meinen Ziegen ist, die in einem Gehege beim «Bahnhöfli» schon viele Jahre vor allem die Kinder erfreuen. Geissen werden nämlich nicht so alt. Es ist aber nicht die Bezeichnung «Geiss», die mich zur Feder greifen liess. Wer aber am Schluss des Reims die Zeilen liest «Stürb diese Geiss an Altersbeschwerden, müsste ihr ein Orden verliehen werden», kann sich selbst einen Reim darauf machen, wie plump, um nicht zu sagen dumm, dieser Vers ist.

Man kann darüber schmunzeln und lachen, wenn jemandem ein Missgeschick passiert. Ein Missgeschick mit gesundheitlichen Schäden, aber vor allem der Tod hat in einer Schnitzelbank nichts verloren. Dies sollte besonders von ehemaligen CVP-Gemeinderäten erwartet werden können.

Vom Tod ist noch in einem zweiten Vers die Rede. In der Bank über die Obervögel – deren Körnlibank im Vergleich zur «Orientalischen Bank» geradezu Nobelpreis-Niveau hat – heisst es am Schluss: «Hängt euch auf an dem Gerippe, sonst holt euch noch die Vogelgrippe.» Das ist geschmacklos und gehört in die Kategorie unterste Schublade. Sind die Verfasser etwa beleidigt oder neidisch, weil keiner von beiden je als Obervogel zur Diskussion stand?

Geschmacklos ist auch der Vers über den allseits bekannten «Apollo». Zwischenmenschliche Beziehungen sind Privatsache und gehören nicht in eine Schnitzelbank. Vor allem nicht in solche Schnitzelbänke von Verfassern, die selber vor der eigenen Tür genug zu wischen hätten.

Eine Anschuldigung und Unterstellung ist der Vers über das Restaurant Traube. In diesem wird jemandem unterstellt, versucht zu haben, ein Feuer zu legen. Über so etwas kann wohl niemand lachen. Dem Fass den Boden schlägt aber der Reim aus – oder zumindest der Versuch dazu – über den Räbschter Markt. Die Zeile «Als Dräckloch präsentiert der Markt sich heut», ist meiner Meinung nach geschäftsschädigend, was eigentlich gerichtliche Folgen haben müsste.

Wenn diese Schnitzelbank in einer orientalischen Sprache vorgeführt oder in orientalischer Schrift geschrieben worden wäre, damit niemand etwas verstanden hätte, könnte man noch schmunzeln. So aber ist diese Schnitzelbank von A bis Z geschmacklos und eine Beleidigung und hat an einer Fasnacht nichts zu suchen.

Ich hoffe, dies merken auch die Verfasser, vor allem aber das Fasnachtskomitee. Wenn nicht, könnte es sein, dass die Gruppe «Orientalische Fasnacht», schneller als ihr lieb ist, bald einmal wirklich Feierabend hat.

Rosmarie Giger

Restaurant Bahnhof, Rebstein