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«Primavera» ist kein Klotz

Der Gemeinderat wollte bei der Planung des neuen Altersheims alles richtig machen. Trotz mehreren Informationsveranstaltungen kommt jetzt doch noch Kritik.
Susi Miara
Der Neubau für das Zentrum Rheinauen als freistehendes Gebäude im nachbarschaftlichen Dialog mit dem Altbau. (Bild: Visualisierung: pd)

Der Neubau für das Zentrum Rheinauen als freistehendes Gebäude im nachbarschaftlichen Dialog mit dem Altbau. (Bild: Visualisierung: pd)

Kürzlich wurde in den sozialen Medien folgender Beitrag gepostet: «Soeben habe ich die Pläne des neuen Altersheims Diepoldsau gesehen. Ich bin erschrocken über diese Dimensionen. Nachdenklich macht mich auch, dass ein bestehendes Gebäude komplett abgerissen wird, obwohl vor einigen Jahren die Nasszellen renoviert wurden und sich zudem die schöne Hauskapelle im Dachgeschoss befindet. Auch ist der Stil nicht wirklich passend für Diepoldsau.» Auf telefonische Anfrage wird der Verfasser dieses Eintrags noch konkreter: «Der Klotz ist viel zu gross. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Diepoldsauer Bürgerschaft diesem Projekt zustimmen wird.» Er selber überlege sich sogar, Einsprache zu erheben.

Die Jury entschied sich einstimmig für das Projekt

Gemeindepräsident Roland Wälter ist überrascht. «Wir haben an einer Informationsveranstaltung das Projekt vorgestellt und im Gemeindehaus einen Monat lang alle Projekte ausgestellt.» An zwei Abenden hätten dann Führungen stattgefunden, wobei immer vier Jurymitglieder anwesend gewesen seien, um Fragen zu beantworten. «Bis jetzt habe ich auch nie etwas Negatives gehört», sagt Roland Wälter. Er habe einen einzigen Hinweis zum Projekt erhalten. Dabei sei es um die Schaffung einer oberirdischen Verbindung gegangen.

Der Studienauftrag für das neue Zentrum Rheinauen sei im Juni 2016 abgeschlossen worden. Aus den zehn eingegangenen Projekten habe das Beurteilungsgremium, bestehend aus Vertretern der Gemeinde, der Bevölkerung und diversen Fachexperten aus den Bereichen Pflege, Heimwesen, Architektur und Landschaftsarchitektur, das Siegerprojekt «primavera» von Knorr & Pürckhauer Architekten ausgewählt. «Das Projekt primavera überzeugte durch den innovativen Ansatz, das zukünftige Alterszentrum in einem Neubau unterzubringen», erklärt Roland Wälter. Das bestehende Gebäude werde zum betreuten Wohnen im Alter und einer Kinderkrippe umgenutzt. Die älteren, sanierungsbedürftigen Gebäudeteile werden zurückgebaut. Dadurch entstehe ein neues Alterszentrum in einem kompakten Neubau mit hochwertigen Bewohnerzimmern und idealen Betriebsabläufen. Die kurzen Wege im Neubau und die wegfallenden Niveauunterschiede innerhalb der Pflegeabteilung, wie sie heute im bestehenden Gebäude zu finden sind, kämen den Bewohnern zugute. «Das Siegerprojekt ist sowohl im Bau als auch später im Betrieb und Unterhalt kosteneffizient», betont Roland Wälter. Das Ziel sei auch, Jung und Alt zusammenzubringen. Deshalb würden im neuen Alterszentrum Rheinauen die Ludothek, die Kinderkrippe, die Spitex, eine öffentliche Cafeteria und eine Arztpraxis integriert.

Zuerst der Neubau, dann der Umzug

Ein weiterer Vorteil ist, dass das neue Alterszentrum unabhängig und ohne Auswirkungen auf den Pflegebetrieb der bestehenden Anlage erstellt werden kann. Erst nach Fertigstellung des Neubaus und dem Umzug des Pflegebetriebs werde das bestehende Gebäude auf den symmetrischen Trakt im Osten der Parzelle rückgebaut. Dabei werde der erhaltene Gebäudeteil umgenutzt (betreutes Wohnen im Alter OG1 und 2 sowie Kinderkrippe im EG).

«Ich freue mich jetzt schon auf den Umzug ins neue Haus», sagt Willi Mäder, der die Bewohner im Begleitteam vertreten hat. Es gebe zwar noch einige Defizite. «Die werden aber in der nächsten Vorprojektphase bereinigt», sagt Roland Wälter. Mitte 2018 soll über das Vorprojekt mit Kostenvoranschlag an der Urne abgestimmt werden. Wenn alles optimal läuft, soll 2019 mit dem Bau begonnen werden.

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