Vor genau 100 Jahren: Postautos lösten im Appenzeller Vorderland die Kutschen ab

Am 4. September 1920 verkehrten im Appenzeller Vorderland die letzten Postkutschen.

Peter Eggenberger
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Am 4. September 1920 wurde in allen Vorderländer Gemeinden die Postkutsche von Behördenmitgliedern und der Bevölkerung verabschiedet.Bildrepro: Peter Eggenberger

Am 4. September 1920 wurde in allen Vorderländer Gemeinden die Postkutsche von Behördenmitgliedern und der Bevölkerung verabschiedet.Bildrepro: Peter Eggenberger

Im Jahre 1850 wurde auf der Strecke Heiden – Grub – Eggersriet – St.Gallen die erste Postkutschenverbindung im Appenzeller Vorderland eröffnet.

In der Folge entwickelte sich Heiden rasch zum eigentlichen Pferdepost-Knotenpunkt, folgten doch schon bald weitere Linien: 1860 nach Wolfhalden – Lutzenberg – Rheineck, 1862 nach Wald – Trogen, 1870 nach Oberegg und 1873 die Weiterführung bis Berneck – Au sowie 1871 nach Rehetobel – St.Gallen. Walzenhausen hingegen ging leer aus, obwohl die durchgehende Strasse 1865 fertiggestellt war.

Private Busverbindung nach St.Margrethen

Mit dem Aufkommen der Postautos verlangte die Walzenhauser Bevölkerung vehement Verbindungen auch nach Heiden und St.Margrethen. Die Verwirklichung dieser Forderung erfolgte aber erst im Jahr 1925, als Privatleute eine Auto-Aktiengesellschaft gründeten und einen 16-plätzigen Car-Alpin erwarben. Dieser lediglich mit einem Faltverdeck ausgerüstete Bus sicherte nun die Verbindung auf der Strecke St.Margrethen – Walzenhausen – Heiden.

1959 wurde eine zweite Linie eröffnet

Vermehrt fühlten sich jetzt die Bewohner der Weiler Sonnenberg (Gemeinde Walzenhausen) sowie Hub, Zelg und Mühltobel (Gemeinde Wolfhalden) benachteiligt. 1959 wurde deshalb eine zweite Linie von St.Margrethen nach Heiden eröffnet, die seither die erwähnten Gebiete ebenfalls mit Postautos bedient.