Post zügelt auch die Zustellbasis

Im Herbst verlegt die Post ihren Schalter ins Städtli. Wer ein Postfach hat, kann seine Post künftig dort bei einer neuen Postfachanlage abholen. Oder im Industriegebiet: Dorthin will die Post ihre Zustellung verlegen und eine weitere Postfachanlage montieren. Die heutige wird aufgehoben.

Max Tinner
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ALTSTÄTTEN. Letzten Winter wurde bekannt, dass die Post ihren Schalter von der Bahnhofstrasse zurück ins Städtli verlegen will. Von dort hatte sie 1991 an den heutigen Standort an der Bahnhofstrasse 15 gezügelt. Nun ist bekannt, wann es so weit sein wird: Die Schalterdienste werden ab 1. Dezember am Rathausplatz, gleich neben dem neuen Rathaus, angeboten.

Im Städtli weniger Postfächer

Dies hat die Post dieser Tage allen Inhabern eines Postfachs brieflich mitgeteilt – weil sich für sie einiges ändern wird. Zwar steht schon länger fest, dass es bei der neuen Post im Städtli eine neue Postfachanlage geben wird. Weil der Platz eingeschränkt ist allerdings eine kleinere als die heutige. Darum sollte die heutige an der Bahnhofstrasse auch weiterhin bestehen bleiben, wie es noch im März in einem in alle Haushalte verteilten Informationsblatt hiess.

Nun hat die Post entschieden, nicht nur die Schalterdienste, sondern auch die Zustellung, quasi die Operationsbasis der Briefträger, zu verlegen – nicht wie den Schalter ins Städtli, sondern ins Industriegebiet. Den genauen Standort gibt die Post noch nicht bekannt; offenbar sind die Verträge noch nicht unterzeichnet. Offen ist auch noch der Zeitpunkt; die Rede ist vom zweiten Quartal 2016, also zwischen April und Juni.

Postfachkunden können wählen

Mit der Verlegung der Zustellbasis wird auch die heutige Postfachanlage an der Bahnhofstrasse aufgehoben; am künftigen Standort soll eine neue installiert werden. Für die Unternehmen in den Industriegebieten rund um Altstätten wird das morgendliche Postholen damit sogar komfortabler. Anders sieht es unter Umständen für den einen oder anderen privaten Postfachinhaber aus. Die Post lässt allen Inhabern eines Postfachs die Wahl, wo sie ihre Post künftig abholen möchte: am Rathausplatz oder im Industriegebiet. Eine Antwort möchte sie bis 26. August haben, damit sie weiss, wie gross die neuen Fachanlagen zu bauen sind. Als weitere Option besteht die Möglichkeit, aufs Fach zu verzichten und sich die Post nach Hause bzw. an den Firmenstandort bringen zu lassen.

Bemerkenswert ist sowohl die Verlegung des Postschalters als auch der Zustellbasis, weil die Post an der Bahnhofstrasse 15 nicht Mieterin, sondern Stockwerkeigentümerin ist. Man sei aber zur Ansicht gelangt, dass die Räume für die Zustellung allein zu gross sind, sagt Post-Mediensprecher Erich Schmid. Die Regel sei in solchen Fällen, dass nicht mehr benötigte Liegenschaften verkauft werden.

Vieles ist anders als vor 25 Jahren

Zu gross, oder zumindest nicht mehr zeitgemäss, sind offensichtlich auch die heutigen Schalter geworden. Ausser bei kurzzeitigem Andrang ist in der Regel nur einer der fünf Schalter geöffnet. Das hängt auch damit zusammen, dass heute viel weniger Briefe und Päckli aufgegeben werden als noch vor 25 Jahren, als die Post diese Räume baute. Auch Zahlungen werden heute vermehrt online und immer weniger am Schalter erledigt. Hinzu kommt, dass Gewerbler und auch der Stadtrat sich stets für eine Rückkehr der Post ins Städtli stark gemacht haben.