Positive Bilanz zur Halbzeit

Gestern luden die Verantwortlichen für das Interreg-Projekt Buslinie 351/51 Heerbrugg-Lustenau-Dornbirn zum Mediengespräch ein. Durchschnittlich 600 Fahrgäste pro Tag – das ist die erfreuliche Zwischenbilanz nach 18 Monaten.

Larissa Binder
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Für grenzüberschreitende Projekte: (von links) Christian Oesterle, Dietmar Haller, Hans-Ruedi Kuhn, Kurt Fischer, Göpf Spirig, Walter Grob, Karl-Heinz Winkler, Hubert Hämmerle, Urban Hämmerle. (Bild: Larissa Binder)

Für grenzüberschreitende Projekte: (von links) Christian Oesterle, Dietmar Haller, Hans-Ruedi Kuhn, Kurt Fischer, Göpf Spirig, Walter Grob, Karl-Heinz Winkler, Hubert Hämmerle, Urban Hämmerle. (Bild: Larissa Binder)

Widnau. Die Pressekonferenz fand an der Bushaltestelle beim Zollamt Wiesenrain statt. Christian Oesterle vom Verkehrsverbund Vorarlberg fasste das Projekt nochmals kurz zusammen. Seit anderthalb Jahren besteht nun die Buslinie 351 beziehungsweise 51 zwischen Heerbrugg und Dornbirn. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. «Die beiden Linien verbinden die zwei fast gleichwertigen öffentlichen Verkehrsstrukturen auf beiden Seiten des Rheins optimal.», sagt Göpf Spirig vom Verein St. Galler Rheintal.

Problematik Tarife

Als grösseres Problem sehen die Verantwortlichen die unterschiedlichen Tarife in der Schweiz und in Österreich. «Zurzeit wird an diesem Problem mit Partnern aus der Schweiz und Österreich intensiv gearbeitet», sagt Karl-Heinz Winkler von Landbus Lustenau. Will man ein Ticket von Heerbrugg nach Dornbirn lösen, werde die Zone, die in der Schweiz befahren wird, sowie jene in Österreich zusammengerechnet.

Auch der Kindertarif sie in beiden Länder verschieden. Auch hier wird noch nach Lösungen gesucht.

Steigende Frequenzen

Laut dem Rheintal Bus-Verantwortlichen Hans-Ruedi Kuhn ist die Benutzung dieses Angebotes stark auf die jeweilige Landeshälfte fixiert, wo sie auch häufig genutzt wird. Zurzeit wird die Linie mit Kleinbussen geführt. Sollte die Frequenz aber weiter steigen, so werden bei Bedarf auch grössere Fahrzeuge eingesetzt, meint Kuhn.

Nach Bürgermeister Kurt Fischer aus Lustenau sind es momentan 600 Fahrgäste pro Tag, davon überquert ein Viertel die Staatsgrenze.

Attraktive Alternative

Da die beiden Linien auch samstags fahren, was für die Pendler zwischen den beiden Seiten des Rheins ideal ist, stellt dieses Projekt eine attraktive Alternative zum eigenen PKW dar. Rund 400 PKW-Fahrten ersparen die beiden grenzüberschreitenden Busse.

Finanzierung des Projekts

Dass die RTB- und die Landbus-Linie Siedlungs- und Arbeitsstätte erschliessen, bedeutet ein grosses Interesse vor allem in den Gemeinden Widnau und Au-Heerbrugg. Zusammen mit dem Kanton St. Gallen und dem Land Vorarlberg finanzieren die beiden Gemeinden das Projekt. Gemäss Hubert Hämmerle von der Interreg Netzwerkstelle Vorarlberg hat der für die Projektauswahl zuständige Lenkungsausschuss von Interreg innerhalb von zwei Jahren 65 Projekte bewilligt.

Durch diese Projekte werden rund 17,9 Millionen Euro von den insgesamt 23,9 Millionen Euro Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gebunden. Die Schweizer Interreg-Fördermittel betragen etwa 7,8 Millionen Euro und setzen sich aus Bundes- und Kantonsmitteln zusammen. Von diesen wurden bisher 5,6 Millionen Euro in Anspruch genommen. Auf EU-Seite des Projektes konnten bisher 75% und in der Schweiz 72% der Fördermittel gebunden werden. Die Schweiz ist an 47 und Vorarlberg an 55 der 65 Projekte von Interreg beteiligt.

Weitere Projekte

Das Interreg Projekt Bus Heerbrugg-Lustenau-Dornbirn soll Türen für weitere grenzüberschreitende Projekte öffnen und diese ermöglichen. «Nebst einer Busverbindung wäre eine schnelle Zugverbindung, zum Beispiel zwischen Oberriet und Feldkirch, eine gute Idee», sagt Christian Oesterle.