«Polizei handelte korrekt»

ST.GALLEN. Nachdem eine junge Frau von zwei Männern geschlagen worden ist, steht die St.Galler Polizei in der Kritik. Der Mediensprecher verteidigt das Vorgehen des diensthabenden Polizisten.

René Rödiger
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Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: pd)

Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: pd)

Eine 23-jährige Frau wurde am frühen Sonntagmorgen im Restaurant Kränzlin in St. Gallen von zwei Männern verletzt. Dass die Polizei darauf nicht sofort ausgerückt ist, stösst bei vielen Personen auf Unverständnis. «Vielleicht hätten sie die Täter noch erwischt», schreibt eine Leserin auf der Tagblatt-Facebookseite. Ein Leser auf der Website der Zeitung kommentiert: «Wieso konnte nicht eine Patrouille zum Bahnhof fahren und sich nach den Tätern umsehen?»

Behandlung durch Arzt

Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt dazu: «Selbstverständlich kannte umgehend nach dem Anruf bei der Polizei jeder Polizist das Signalement der Täter. Und jeder wusste, dass die beiden Männer in Richtung Innenstadt unterwegs waren.» Der Polizist, der den Anruf des Freundes des Opfers entgegennahm, habe völlig korrekt gehandelt: «Er hat den Mann nach der Schwere der Verletzungen gefragt. Darauf empfahl er ihm, sich mit seiner Freundin in ärztliche Behandlung zu begeben und Anzeige zu erstatten.»

Laut Rezzoli liegt es im Ermessen des diensthabenden Polizisten, ob dieser sofort eine Patrouille losschickt. «In diesem Fall hat der Kollege die Lage so beurteilt, dass die Chance, die Täter zu erwischen, nicht grösser gewesen wäre. Nachträglich wäre vielleicht ein anderes Vorgehen besser gewesen.»

Auswerten von Bildern

Die Ermittlungen der Polizei laufen noch immer. «Derzeit werten wir die Aufnahmen der Überwachungskameras aus, um weitere Hinweise auf die Täter zu erhalten», sagt Rezzoli. Ob die beiden Gesuchten bereits vor der Attacke auf die junge Frau aufgefallen sind, kann der Kapo-Mediensprecher nicht sagen.

Wie stehen die Chancen, dass die Täter gefasst werden? «Chancen gibt es natürlich immer. Aber gerade bei Tätlichkeiten ist es schwierig», sagt Rezzoli. Im Ausgang in der Stadt St. Gallen komme es sehr häufig zu Tätlichkeiten. Oft werde jedoch auf eine Anzeige verzichtet. Trotzdem mache die Polizei immer alle Parteien darauf aufmerksam, dass man auch nachträglich noch einen Strafantrag unterzeichnen könne.

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