Pointe reihte sich an Pointe

Mit seinem Soloprogramm überraschte der Kabarettist Stefan Büsser und brachte im Kinotheater Madlen sein Publikum immer wieder zum Lachen. Kurz: Ein Kabarettabend, der unterhielt und Spass machte.

Max Pflüger
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HEERBRUGG. Am Mittwochabend luden das Kinotheater Madlen und die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur (RGML) gemeinsam zu einem Kabarettabend nach Heerbrugg ein. Der junge, hierzulande noch wenig bekannte Kabarettist Stefan Büsser präsentierte sein zweites Soloprogramm «Au(r)a» und unterhielt damit seine Gäste aufs Beste.

Stefan Büsser war bei uns bisher noch weitgehend unbekannt. Andernorts ist er jedoch bereits ein sicherer Wert. Am 14. November setzte sich Stefan Büsser beim Swiss Comedy Award 2014 gegen über 500 Bewerber durch und erreichte den sensationellen zweiten Platz. Er verwies dabei Bekannte und beliebte Künstler und Künstlerinnen auf die Ränge.

Kultur ist Überraschung

Im Rheintal trat er aber noch nie auf. Auch Meinrad Vögele, Präsident der RGML, und Aldo Zäch vom «Madlen» wussten noch nicht genau, was zu erwarten war. So begrüsste Aldo Zäch das Publikum denn auch mit den Worten: «Schön, dass sie Lust auf Neues haben und da sind. Lassen Sie sich überraschen!» und Meinrad Vögele fügte dem bei: «Überraschungen sind das Schönste an der Kultur.»

Aktuell und schlagfertig

Die Überraschung ist gelungen. Stefan Büsser überzeugte durch Witz und Schlagfertigkeit. Unerwartete Querverbindungen, skurrile Wendungen und Gedankensprünge jagten sich Schlag auf Schlag.

Und das gleich von Anfang an, aktuell, ab und zu auch auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten. Mit einer hygienischen Schutzhaube betritt er das «Spital Madlen» und fragt: «Ist jemand aus St. Margrethen da? Geht das als Kopftuch durch?» Oder er spielt auf den Grünen aus Baden an: «Die Nacktselfies erstaunen mich nicht. Vielmehr schockiert mich, dass es Frauen gibt, die das sehen wollen.»

Wortwitz

Kurze Wortspiele und überraschende, schon fast akrobatische Gedankenüberschläge verflochten sich in der Folge zu einem sich durch das ganze Programm ziehenden Zopf. Büsser knüpfte eine kabarettistische Perlenkette, hielt einen Vortrag über das Menschliche-Allzumenschliche und den ganz alltäglichen Wahnsinn. Querbeet turnte er durch alle Lebensbereiche. Gewürzt war sein Humor mit einer tüchtigen Portion eindeutig Zweideutigem. Davon vielleicht eine Prise zu viel. Was tut es, die Lacher hatte er auf seiner Seite.

Dazu zeigte Stefan Büsser Fotos und Zeichnungen, spielte Videos ein und Botschaften auf der Combox seines Telefonanschluss, gesprochen vom Stimmenimitator Fabian Unteregger. Darunter zahlreiche Beispiele von unfreiwilligem Humor, gefunden zum Beispiel auf den Homepages ehemaliger Missen.

Nun kennt man ihn

Unter dem Strich und zusammenfassend: Stefan Büsser bot seinem Publikum einen unterhaltsamen und lustigen Abend. Langeweile kam nie auf. Der knapp noch nicht dreissigjährige Nachwuchskabarettist, den man eigentlich schon von «Giacobbo/Müller» her aus dem Fernsehen kennen könnte, hat sich im Rheintal recht gut eingeführt. Nun kennt man ihn auch bei uns ein bisschen besser und freut sich schon auf seinen nächsten Besuch.