Pharmasektor vor einem guten Jahr

Im bisherigen Jahresverlauf entwickelten sich die Aktien aus dem Pharmasektor im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt. Der Branche steht 2013 allerdings ein weiteres gutes Jahr bevor. Einerseits dürften weniger Medikamente den Patentschutz verlieren.

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Im bisherigen Jahresverlauf entwickelten sich die Aktien aus dem Pharmasektor im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt. Der Branche steht 2013 allerdings ein weiteres gutes Jahr bevor. Einerseits dürften weniger Medikamente den Patentschutz verlieren. Andererseits sprechen aber auch erste Anhaltspunkte für Produktivitätsfortschritte in der Forschung und Entwicklung für höhere Kurse. Darüber hinaus bieten die meisten Pharmaaktien eine attraktive Dividendenrendite.

Die vorwiegend im Raum Basel niedergelassenen Schweizer Pharmahersteller gehören zu den führenden Unternehmen weltweit. Bei den im Swiss Market Index vertretenen Gesellschaften bringt es die Branche denn auch auf ziemlich genau ein Drittel der gesamten Börsenkapitalisierung. Seit Jahresbeginn konnte der entsprechende Unterindex um rund 17 Prozent an Wert zulegen. Der Swiss Market Index stieg in derselben Zeitspanne um etwas geringere 16,5 Prozent.

Die vergangenen Jahre waren bei mehreren umsatzträchtigen Medikamenten vom Ablauf des Patentschutzes geprägt. Prompt drangen Anbieter aus der Generikaindustrie mit eigenen Versionen der Wirkstoffe auf den Markt und bescherten den Originalpräparaten stark rückläufige Umsätze. Im kommenden Jahr dürfte der mit neuen Produkten erzielte Umsatz in Europa den Umsatzzerfall der vom Patentablauf betroffenen Medikamente erstmals wieder mehr als wettmachen. Schätzungen zufolge verlieren Medikamente mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 10 Milliarden Franken den Patentschutz. Gleichzeitig stehen über die kommenden 12 Monate neue Produkte mit einem Spitzenumsatz von rund 60 Milliarden Franken vor der Markteinführung.

Generell zeichnen sich in der Forschung und Entwicklung Produktivitätsfortschritte ab. Im bisherigen Jahresverlauf fielen geschätzte 85 Prozent der grösseren Zulassungsentscheide seitens der Arzneimittelbehörden positiv aus, nachdem die Zulassungsrate in den Jahren zuvor vorübergehend auf gerade mal 40 Prozent zurückgefallen war. Die von vielen Pharmaunternehmen in der Vergangenheit eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Produktivität in der Forschung und Entwicklung scheinen damit aufzugehen. Die Massnahmen dürften auch in den kommenden Jahren noch Früchte tragen. Darüber hinaus gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA eine in Zukunft wieder etwas lockerere Zulassungspolitik betreiben wird. Da die USA als ein Schlüsselmarkt für die Hersteller von pharmazeutischen Produkten gilt, hätte ein solcher Kurswechsel ebenfalls positive Auswirkungen auf die Produktivität in der Forschung und Entwicklung. Noch steckt die personalisierte Medizin zwar in ihren Kinderschuhen. Als Pionier auf diesem Gebiet hat mit Roche ein Basler Traditionsunternehmen diesbezüglich allerdings erste produktseitige Erfolge zu verbuchen. Aufgrund des zunehmenden Kostendrucks im Gesundheitswesen gilt der gezielte Einsatz von Wirkstoffen als sehr zukunftsträchtig.

Für Anlegerinnen und Anleger bietet sich im Pharmasektor in den kommenden 12 Monaten eine der besten aller Zeiten: Das Patentloch scheint überstanden und die Entwicklungspipeline bei vielen Unternehmen viel versprechend. Damit eröffnet sich Raum für eine weitere Erhöhung der sonst schon überdurchschnittlich attraktiven Dividenden. Darüber hinaus versprechen personalisierte Medikamente für die auf diesem Gebiet führenden Anbieter zu einem zukünftigen Wachstumstreiber zu werden. Pharmaaktien verdienen deshalb eine höhere Bewertung, was noch einmal für höhere Kurse spricht.