Pharmasektor auch 2011 vor einem schwierigen Jahr

Die Aktien des Pharmasektors schnitten 2010 deutlich schlechter ab als der breite Markt. Aufgrund wieder erwachter Konjunkturhoffnungen lagen die Präferenzen der Anleger auf Branchen, welche von einem Wirtschaftsaufschwung profitieren.

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Die Aktien des Pharmasektors schnitten 2010 deutlich schlechter ab als der breite Markt. Aufgrund wieder erwachter Konjunkturhoffnungen lagen die Präferenzen der Anleger auf Branchen, welche von einem Wirtschaftsaufschwung profitieren. Dabei wurde aus den konjunkturunabhängigen Pharmaaktien Kapital abgezogen. Doch auch die in einigen Ländern eingeleiteten Gesundheitsreformen hinterliessen Spuren. 2011 dürfte die Branche erneut mit Gegenwind zu kämpfen haben.

2010 ein schwieriges Jahr

Das Jahr 2010 erwies sich rückblickend als ein schwieriges Jahr für den Pharmasektor. Aufgrund ihrer als konjunkturunabhängig geltenden Ertragsentwicklung stand die Branche nicht besonders hoch in der Gunst der Anleger. Favorisiert wurden vor allem Aktien und Sektoren, welche von einem Wirtschaftsaufschwung profitierten. Deshalb schnitt die Branche weltweit deutlich schlechter ab als der breite Markt. In den letzten zwölf Monaten verschlechterten sich aber auch die Rahmenbedingungen. So nahm die US-Gesundheitsbehörde bei der Zulassung neuer Medikamente eine sehr restriktive Haltung ein. Deshalb gelangten nur wenige Produktneuheiten auf den als wichtig geltenden amerikanischen Markt. Parallel dazu hinterliessen die in den USA und einigen europäischen Ländern eingeleiteten Gesundheitsreformen Spuren in der Ertragsentwicklung der Pharmaindustrie. Durch die Einsparmassnahmen beschleunigte sich der Trend in Richtung kostengünstige Nachahmerpräparate.

2011 ist mit ähnlich schwierigen Rahmenbedingungen zu rechnen. Im laufenden Jahr werden Medikamente mit einem geschätzten Umsatzbeitrag von fünf Prozent den Patentschutz verlieren, was den Weg für Nachahmerpräparate ebnet. Aufgrund der eher schwachen Produktivität in der Forschung und Entwicklung kommen nicht genügend neue Medikamente auf den Markt, um diese Lücke zu füllen. Trotz historisch tiefer Bewertung und attraktiver Dividendenrendite dürften Pharmaaktien den Anlegern 2011 viel Geduld und gute Nerven abverlangen.

Eckdaten werden publiziert

Kommende Woche werden mit Austriamicrosystems, Galenica, Goldbach Media, Komax, Lindt & Sprüngli, Richemont, Schulthess, SGS und Zehnder weitere börsenkotierte Schweizer Firmen mit Eckdaten für das Geschäftsjahr 2010 an die Öffentlichkeit gelangen. Konjunkturseitig steht einzig der ZEW-Indikator für den Monat Januar zur Publikation an. In den USA liegt das Hauptaugenmerk auf dem Philadelphia Fed Index für den Monat Januar. (pd)

* Elvira Zanella, Leiterin Finanzberatung, Raiffeisenbank Laufental-Thierstein