Patienten umladen beim Werkhof

Während das Spital erneuert wird, steht der Helilandeplatz nicht zur Verfügung. Die Rega-Helikopter landen dann beim Werkhof. Patienten werden dort mit der Ambulanz abgeholt.

Max Tinner
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Könnte man auf den ersten Blick für ein Spital halten, ist aber der Werkhof der Stadt Altstätten an der Feldwiesenstrasse in Lüchingen. Während beim Spital gebaut wird, landen die Rettungshelikopter auf einem provisorischen Landeplatz, der hier in die Wiese gebaut wird. (Bild: Max Tinner)

Könnte man auf den ersten Blick für ein Spital halten, ist aber der Werkhof der Stadt Altstätten an der Feldwiesenstrasse in Lüchingen. Während beim Spital gebaut wird, landen die Rettungshelikopter auf einem provisorischen Landeplatz, der hier in die Wiese gebaut wird. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Patiententransporte vom oder ins Spital Altstätten per Helikopter werden während der bevorstehenden Bauzeit etwas umständlicher sein als gewöhnlich. Denn der Helikopterlandeplatz des Spitals steht dann nicht zur Verfügung. Die Platzverhältnisse während der Bauzeit wären zu eng, sagt Roland Rubin, der Verwaltungsratspräsident der Spitalanlagengesellschaft der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland*. Es braucht darum für die Zeit der viereinhalb Jahre dauernden Bauarbeiten einen Ersatzlandeplatz. Dieser wird auf der Ostseite des Werkhofs der Stadt Altstätten sein. Vor kurzem lagen die Pläne für den provisorischen Helilandeplatz beim Hochbauamt der Stadt auf.

Nun liegt der Werkhof gut einen Kilometer Luftlinie oder zwei Kilometer auf der Strasse vom Spital entfernt. Patienten, die ins Spital Altstätten geflogen werden, müssen also erst beim Werkhof vom Heli in eine Ambulanz umgeladen und ins Spital gefahren werden. Dasselbe gilt für den umgekehrten Fall, wenn Patienten vom Spital Altstätten per Heli in ein anderes Spital verlegt werden sollen.

Dies wäre allerdings auch nicht anders, hätte man sich für einen näher beim Spital gelegenen provisorischen Landeplatz entschieden, etwa beim Altersheim Haus Viva, hält Roland Rubin fest. Obwohl viel näher am Spital gelegen, wäre auch von dort aus noch ein Zwischentransport per Fahrzeug nötig.

Altstätten wird heute nur noch selten angeflogen

Im konkreten Fall entscheide die Rettungsflugwacht (Rega) auf der Unfallstelle individuell, in welches Spital der Patient geflogen werde, erklärt Rubin. Er weist auch darauf hin, dass das Spital Altstätten in solchen Situationen schon heute keine hohe Priorität habe, obwohl der bisherige Helilandeplatz direkt beim Spital noch zur Verfügung steht. In den letzten drei Jahren habe es lediglich zwischen zwei bis acht Notfallanflüge pro Jahr gegeben. Verlegungen mit dem Helikopter vom Spital Altstätten in ein anderes Spital gebe es jeweils zwischen acht und 15 pro Jahr.

Künftig landet der Heli auf dem Spitaldach

Dass das Spital Altstätten nicht häufiger angeflogen werde, liege an der schwierigen Anflugsituation hier: In der Anflugschneise stünden viele Lichtmasten, Bäume und Wohngebäude. Zudem sei ungünstig, dass der Landeplatz beim Spital nur aus einer Richtung angeflogen werden könne, in die auch wieder weggeflogen werden müsse. Dies wird sich allerdings mit dem Neubau ändern: Das Bauprojekt sieht einen neuen Landeplatz auf dem Spitaldach vor, der auch den verschärften Vorschriften der Rega und des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) genügt, heisst es seitens der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland.

Der Stadtrat braucht keinen Helikopterlandeplatz

Der provisorische Helikopter­landeplatz beim Werkhof an der Feldwiesenstrasse wird 15 auf 15 Meter gross. Dazu wird ein Kiesbett geschüttet, das man dann mit einem Sickerbelag abdeckt. Sobald der neue Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Spitalneubaus benutzt werden kann, wird der provisorische Landeplatz beim Werkhof rückgebaut. Bauamt und Feuerwehr benötigen ja keinen Helikopterlandeplatz; der Stadtrat ebenso wenig. Das im Provisorium verbaute Kies, immerhin rund 80 Kubikmeter, werde man aber anderweitig weiterverwenden, sagt Stadtpräsident Ruedi Mattle.

*Der Kanton hat die Spitalimmobilien in Altstätten, Grabs und Walenstadt Anfang 2017 der letztes Jahr gegründeten Spitalanlagengesellschaft übertragen. Sie ist eine 100-prozentige Toch­- tergesellschaft der Spitalregion und stellt dieser die Infrastruktur zur Verfügung. Sie unterhält die Gebäude und Grundstücke und ist auch für die Realisierung der beiden Neubauprojekte in Grabs und Altstätten zuständig.