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Partnersuche im Internet

EISKUNSTLAUF. Jahrelang war Christina Niederer Eiskunstläuferin, bis vor kurzem beim Eislaufverein Mittelrheintal. Nun wechselt sie aus gesundheitlichen Gründen zum Eistanz. Einen Partner zu finden, war für die 18-Jährige jedoch gar nicht so einfach.
Raya Badraun
Christina Niederer und Nikolai Babin trainieren seit vergangener Woche zusammen in Dübendorf. (Bild: Raya Badraun)

Christina Niederer und Nikolai Babin trainieren seit vergangener Woche zusammen in Dübendorf. (Bild: Raya Badraun)

Manchmal liegt Freud und Leid im Sport nahe beieinander. So war es auch bei Christina Niederer. Spricht die junge Eiskunstläuferin über ihre Sportart, schwärmt sie vor allem von den Sprüngen, vom Adrenalin, das in solchen Momenten durch ihren Körper schiesst.

Glücksgefühl wich dem Schmerz

Doch jeder Sprung bedeutete bei der Landung auch ein harter Schlag auf ihre Hüfte.

Im vergangenen Jahr wich das kurze Glücksgefühl immer öfter dem Schmerz, und Niederer beschloss, dass es so nicht weitergehen kann. «Ein schwerer Entscheid», sagt die 18-jährige St. Gallerin. Das Ende bedeutete er jedoch nicht.

Künstlerischer arbeiten

Statt die Schlittschuhe für immer an den Nagel zu hängen, entschied sich Niederer, Eistänzerin zu werden. Diese Paar-Sportart kommt ohne Sprünge aus, dafür werden viele Hebefiguren gezeigt. Die Idee war nicht ganz aus der Luft gegriffen. Denn die junge Sportlerin tanzte als Kind jahrelang Latein- und Standardtanz. Im Eistanz könne sie nun wieder künstlerischer arbeiten, sagt die Maturandin. «Dies hat mir im Eiskunstlauf manchmal gefehlt.» Ganz einfach ist ein Wechsel jedoch nicht. Denn wie im Leben ist es auch im Eistanz eine Herausforderung, den passenden Partner zu finden.

«Optisch muss er zu mir passen»

«Gross sollte er sein», sagt Niederer. «Und optisch zu mir passen.» Daneben war auch das Niveau entscheidend. «Je besser er ist, desto schneller kann ich mich entwickeln.»

Im Internet nahm sie mit mehreren Eistänzern Kontakt auf. Zwar bekam sie viele Antworten, doch oft passte irgendetwas nicht. So wollte einer der Eistänzer, dass sie zu ihm nach Kanada zieht. «Das kam nicht in Frage», sagt ihre russische Mutter Ludmilla Niederer. «Da würden wir Christina zu sehr vermissen.»

Viel lernen, hart arbeiten

Am Ende einigte sich Niederer mit dem Ukrainer Nikolai Babin. Der 24-Jährige ist seit seiner Kindheit Eistänzer und tourte im vergangenen Jahr mit der Eiskunstlauf-Show «Holiday on Ice» durch Europa. Die Auftritte gefielen ihm. Doch je länger, je mehr vermisste er den Wettkampf und das Adrenalin. «Bei einer Show kann man sich nicht verbessern, keine Ziele verfolgen und erreichen», sagt Babin. «Man zeigt nur, was man kann.» Deshalb trainiert er seit zwei Wochen in der Schweiz. Die ersten Eindrücke im Training auf der Kunsteisbahn in Dübendorf seien positiv, sagt der Eistänzer. «Doch Christina muss noch viel lernen und hart arbeiten.» Dafür hat sie mit dem erfahrenen Athleten den perfekten Lehrer gefunden.

Zwischenjahr oder Studium?

In den nächsten Wochen legt Niederer, die mit Babin Russisch spricht, die Matura ab. Ende Juni reisen die beiden dann zusammen ins Trainingslager. Sie haben die Möglichkeit, dafür nach Moskau zu gehen. Vom Trainingslager hängt einiges ab. Zwar hat sich die junge Ostschweizerin bereits für das Studium an der Universität St. Gallen angemeldet. «Wenn ich jedoch grosse Fortschritte mache, werde ich ein Zwischenjahr einlegen oder ein Fernstudium beginnen», sagt Niederer, die mit ihren Eltern in Rorschacherberg wohnt.

Das Maximum herausholen

Auch ein längerer Aufenthalt in Russland könnte sie sich gut vorstellen. Doch um zu planen, sei es noch zu früh.

Auch bei der Formulierung der Ziele halten sich die beiden Sportler zurück. «Wir möchten das Maximum aus uns herausholen», sagt Babin nur. Eines steht jedoch bereits fest: Niederers Schmerzen in der Hüfte sind verschwunden. Die Freude ist endlich zurück.

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